Noppen statt Zebrastreifen

Mit strukturierten Oberflächen weisen die neuen barrierrefreien Übergänge sehbehinderte Fußgänger auf die Gegebenheiten hin. Bild: Gebhardt
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
29.10.2015
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Immer mehr ältere Menschen, immer mehr Verkehr, immer mehr Gefahren auf der Straße: Fußgänger sind oft gefährdet. Barrierefreies Bauen bei staatlichen Straßen ist stark im Kommen, auch das Staatliche Bauamt nimmt hier eine Vorreiterrolle ein. Jüngstes Beispiel: der neue Übergang zum Friedhofberg.

Mit der Barrierefreiheit von Verkehrsanlagen soll aber den Bedürfnissen von Schwerbehinderten wie zum Beispiel blinden Menschen sowie Rollstuhl- oder Rollatorbenutzern genauso Rechnung getragen werden wie Menschen mit motorischen oder sensorischen Einschränkungen. Auch sie sollen sicher und selbstständig am Straßenverkehr teilnehmen können.

Taktile Elemente

Dazu kommen noch, neben älteren Menschen zu Fuß und mit dem Fahrrad, Personen mit Kinderwagen oder schwerem Gepäck und unerfahrene Kinder, die auf Gehwegen Rad fahren müssen. Nicht zuletzt stellen barrierefreie Verkehrswege auch einen Komfortgewinn für alle anderen Fußgänger und Radfahrer dar.

Aus was bestehen diese neuen Anlagen? Vor allem sind es sogenannte taktile Bodenelemente zur Information, Orientierung, Leitung und Warnung für blinde und sehbehinderte Menschen. Sie verfügen über einen hohen optischen und oft auch akustischen Kontrast zum angrenzenden Bodenbelag. Diese taktilen Bodenelemente können als profilierte Platten, als Markierungen oder als Klebefolien zum Einsatz kommen, selbstverständlich, wie in Deutschland üblich, nach DIN-Vorschrift. Es werden folgende Oberflächenstrukturen für Bodenindikatoren zu verwendet: Rippenstruktur mit parallel verlaufenden, länglichen Erhöhungen sowie Noppenstruktur mit regelmäßig angeordneten noppenartigen Erhöhungen. Diese Bodenindikatoren erfüllen ihren Zweck natürlich nur dann, wenn sie taktil und visuell deutlich wahrnehmbar gestaltet und entsprechend verlegt werden.

Da gibt es das Aufmerksamkeitsfeld mit Noppen, das auf Niveauwechsel, Fahrbahnquerungen, das Ende des Gehbereichs, Gefahren und Hindernisse im Gehbereich hinweist und erhöhte Aufmerksamkeit fordert, etwa für Treppen und Rampen.

Nur in Abstimmung

Das Richtungsfeld weist Bodenindikatoren mit Rippenstruktur auf, es gibt die Gehrichtung an Querungsstellen vor. Der Auffindestreifen für seitliche Querungsstellen ist ein 60 bis 90 Zentimeter breiter Streifen mit Noppenstruktur über die gesamte Gehwegbreite. Er wird immer in Kombination mit einem Richtungsfeld verwendet.

Eine Abstimmung mit dem Behindertenbeauftragten und der Stadtverwaltung sei erfolgt, erklärt Bauoberrat Stefan Noll, beim barrierefreien Umbau der Fußgängerquerung B 14/Untere Gartenstraße/Friedhofberg. Hier realisierten die Planer des Staatlichen Bauamtes Bordsteinabsenkungen und den Einbau der taktilen Bodenelemente (Aufmerksamkeitsfelder, Sperrfelder, Leitflächen), um eine den Ansprüchen der Barrierefreiheit entsprechende Querungsanlage anbieten zu können.

Die Baukosten beliefen sich auf rund 17 500 Euro, vermeldet das Bauamt. Hinzu kommen nochmals rund 5000 Euro für Modifikationen an der zugehörigen Ampelanlage.

Die Maßnahme war planerisch und finanztechnisch eingebettet in das ebenfalls schon abgeschlossene Projekt der Oberflächensanierung der Kreuzung B 85/B 14 samt Rechtsabbiegespur.
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