Nur Rastanlage ein Brennpunkt

Zu einem "Gipfeltreffen" kamen fünf Bürgermeister beziehungsweise deren Stellvertreter bei der Polizei in Sulzbach-Rosenberg zusammen. Von links Hauptkommissar Michael Kernebeck, Dieter Dehling (Illschwang), Fabian Bräutigam (Weigendorf), Winfried Franz (Neukirchen), Erster Polizeihauptkommissar Klaus Erras, Lydia Zahner (Etzelwang) und Brigitte Bachmann (Birgland). Bild: Royer
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
21.05.2015
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Anfang Juni treffen sich die Regierungschefs sieben großer Industrienationen auf Schloss Elmau. Im Vorfeld hat die bayerische Polizei alle Hände voll zu tun. Trotzdem bleibt noch Zeit, in der Schlosskaserne in Sulzbach-Rosenberg einen "G5-Gipfel" auf die Beine zu stellen.

Zum Sicherheitsgespräch für die fünf ländlichen Gemeinden ihres westlichen Dienstbereichs lud die Polizeiinspektion (PI) Sulzbach-Rosenberg ein. Dazu kamen die Bürgermeister Brigitte Bachmann (Birgland), Dieter Dehling (Illschwang) und Winfried Franz (Neukirchen) sowie die 2. Bürgermeister Lydia Zahner (Etzelwang) und Fabian Bräutigam (Weigendorf).

Rückgang in Neukirchen

Der PI-Chef, Erster Polizeihauptkommissar Klaus Erras, wandte sich zuerst der Gemeinde Neukirchen zu. Der Vergleich der Jahre 2013 und 2014 zeige einen Rückgang der Straftaten von 81 auf 66. Er gehe auf weniger Diebstähle und Internetkriminalität zurück. Andererseits stiegen die Wohnungseinbrüche von null auf drei an, darunter ein gescheiterter Versuch und eine Beziehungstat.

Illschwang führt mit 103 Straftaten die Liste an. 62 davon spielten sich an der Autobahn-Rastanlage Oberpfälzer Alb ab. Dazu gehören viele Tankbetrügereien, aber auch Drogendelikte oder Verstöße gegen das Ausländerrecht, die bei Kontrollen der Verkehrspolizei ans Licht kamen. "Illschwang selbst ist mit einer Häufigkeitsziffer von 20 Straftaten auf 1000 Einwohner eine unauffällige Gemeinde", stellte Erras fest.

Das Birgland fällt mit einer niedrigen Aufklärungsquote von nur 31 Prozent auf. Unter 29 Straftaten insgesamt sind elf Diebstähle und acht Sachbeschädigungen. Bei solchen Delikten haben Ermittler schlechte Karten, wenn ihnen nicht Zeugen mit Hinweisen zu Hilfe kommen. Angesichts von 16,3 Straftaten auf 1000 Bürger verlieh der Polizeichef der Gemeinde das Prädikat "topsicher".

Ein Wohnungseinbruch in der Gemeinde Etzelwang gab den Ordnungshütern Rätsel auf. Der Täter drehte das Schloss an der Tür professionell ab. Alle Wertsachen drinnen ließ er unbeachtet; nur eine TAN-Liste fürs Online-Banking nahm er mit. Der Versuch, damit auf das Konto des Wohnungsinhabers zuzugreifen, blieb dann allerdings aus.

Ansonsten wuchs in Etzelwang die Zahl der Sachbeschädigungen von vier auf elf. Geklärt wurde davon keine. Mit 29 Straftaten insgesamt und der Häufigkeitszahl 20,9 stehe die Gemeinde trotzdem gut da, befand der Polizeichef.

Fast 100 Prozent geklärt

Für Weigendorf meldete Klaus Erras einerseits einen Anstieg der Straftaten von sechs auf 23. Relativiert werde das dadurch, das jeweils fünf Anzeigen auf einen Streit unter Mietern und einen Familienzwist zurückgingen. Damit erkläre sich auch die rekordverdächtige Aufklärungsquote von 91,3 Prozent.

Die Kirchweihen liefen 2014 in allen fünf Gemeinden "völlig unproblematisch" ab, ergänzte Polizeihauptkommissar Michael Kernebeck, der Stellvertreter des Dienststellenleiters. Gab es vor Jahren noch hie und da Probleme durch Alkohol in den Händen von Jugendlichen, funktioniere die Alterskontrolle jetzt sehr gut. Sicherheitsdienste passten auf, wer in die Bar darf und wer nicht.

"Die Sicherheitslage spiegelt sich so wider, wie sie von ländlichen Gemeinden in Bayern erwartet wird", zog Klaus Erras das Fazit für alle fünf Kommunen. Deren Bürgermeister nahmen es gerne mit nach Hause.
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