Ob ist keine Frage mehr

Im ersten Halbjahr dieses Jahres konnte unser Land bei der Produktion von erneuerbarem Strom eine Quote von 32,5 Prozent vorweisen.
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
26.09.2015
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Über Stromtrassen diskutierte Ludwig Hartmann, der Fraktionssprecher der Landtags-Grünen, mit örtlichen Parteivertretern. Seine Meinung war eindeutig: Derzeit kommt man an dem umstrittenen Bau der Nord-Süd-Trasse nicht vorbei.

Der Amberger Ortssprecher Hans-Jürgen Bumes meinte einleitend im Brauerei-Gasthof Winkler: "Mittlerweile stellt sich nicht mehr die Frage, ob die Trasse nötig ist, sondern was mit ihr geschieht."

Ludwig Hartmann bemerkte dazu laut Pressemitteilung: "Wir wollen die Chancen der Energiewende entschlossen ergreifen." Er forderte, sich schnellstmöglich vom Atomstrom zu verabschieden und auf Stromgewinnung mit Braun- und Steinkohle zu verzichten. Dabei seien Erdgaskraftwerke, die eventuell sogar aus Fracking-Gas betrieben würden, erst recht zu verurteilen.

Mobil per Sonnenstrom

Für Hartmann sind Wind und Sonne vorrangige Stromquellen; auch bei der Mobilität sei die Sonnenenergie zu favorisieren. Laut Hartmann fungiert Deutschland weltweit als Vorreiter bei der Energiewende: "Im ersten Halbjahr dieses Jahres konnte unser Land bei der Produktion von erneuerbarem Strom eine Quote von 32,5 Prozent vorweisen."

Die 100-prozentige Stromversorgung mit erneuerbarer Energie bleibe der ehrgeizige Plan der Grünen. Auf längere Sicht solle zum Wohl des Endverbrauchers auch eine dezentrale Stromversorgung realisiert werden. Der Energiewandel sei ein langer Prozess - und auf diesem Weg komme man derzeit an der Nord-Süd-Trasse nicht vorbei. Dabei sei bis jetzt die genaue Führung noch nicht bekannt. Die Trasse erhitze dennoch die Gemüter auf das Heftigste.

Trasse durch den Landkreis

Die Speichermöglichkeiten von Strom sind Hartmanns Meinung nach noch immer nicht zufriedenstellend; allein deshalb sei ein gut ausgebautes Netz unerlässlich. Auch wenn die aktuelle Bedarfsermittlung ergeben habe, dass zur Versorgungssicherheit auf derzeitigem Niveau lediglich drei der bisher vier geplanten Trassen gebaut werden müssten, seien Teile des Landkreises betroffen. "Um die Akzeptanz zu erhöhen, muss Erdverkabelung immer dort zum Einsatz kommen, wo die Bevölkerung oder die Landschaft besonders betroffen sind", forderte der Landtagsabgeordnete. Außerdem solle die Entscheidung der genauen Trassenführung den Kommunen vor Ort überlassen werden.

Nach der anschließenden - durchaus kontroversen - Diskussion war man sich dann doch wieder einig, dass der Kern der Energiewende für die Grünen der Aufbau eines dezentralen Energiesystems sei.
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