Oft ist der Wurm drin

Lokales
Sulzbach-Rosenberg
07.03.2015
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Klein, aber gemein: Der Fuchsbandwurm ist nur bis drei Millimeter lang, kann aber auch dem Menschen lebensgefährlich werden. Ein befallener Fuchs scheidet täglich Bandwurm-Eier aus. Sie können sich im Wald überall finden, leider eben auch auf essbaren Sachen. Aber es gibt einige einfache Vorsichtsmaßnahmen.

Wegen des nahenden Frühlings und der beginnenden Vegetationsperiode weist das Landratsamt darauf hin, dass in Bayern nach wie vor jeder dritte bis vierte Fuchs mit dem Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis) befallen ist. Die Oberpfalz weist die höchste Befallsrate mit dem Kleinen Fuchsbandwurm auf, gefolgt von Niederbayern, Schwaben, Oberfranken und Oberbayern.

"Eine Infektion des Menschen, der neben kleinen Säugetieren (vor allem Mäusen) als Zwischenwirt fungiert, ist zwar sehr selten, kann aber lebensgefährlich sein", erklärt Veterinärdirektor Dr. Werner Pilz. Falls der Mensch Eier des kleinen Fuchsbandwurms aufnimmt, können sich diese zu Fuchsbandwurmlarven (Finnen) entwickeln. Diese Finnen wachsen sehr langsam und zerstören befallene Organe, insbesondere Leber, Lunge oder Gehirn. Das Veterinäramt weiß: "Es kann bis zu zehn Jahre dauern, bis sich Symptome zeigen."

Die Bandwurmeier werden vom Menschen meist über verunreinigte Hände oder durch Einatmen aufgenommen. Dies geschieht nach direktem Kontakt mit infizierten Endwirten (Fuchs, Hund oder Katze), aber auch durch Umgang mit kontaminierter Erde oder belasteten Nahrungsmitteln wie Beeren, Früchten oder Pilzen. Die Gefahr kann aber relativ einfach vermieden werden, denn es gibt einleuchtende Vorbeugemaßnahmen:

Waldfrüchte (Beeren, Kräuter, Pilze), gemischter Salat aus Freilandkulturen und Fallobst vor dem Verzehr immer gründlich waschen, wenn möglich über 60 °C erhitzen.

Hunde anleinen. Hunde und Katzen regelmäßig neben Rundwürmern auch gegen Bandwürmer entwurmen. Hunde- und Katzenkot regelmäßig auf das Vorhandensein von Bandwurmgliedern kontrollieren. Hundekot möglichst mit Plastikbeuteln einsammeln und entfernen.

Füchse grundsätzlich nicht anfassen und nicht füttern bzw. keinen Zugang zu Futter und Abfällen ermöglichen.

Nach Garten-, Feld- und Waldarbeiten immer gründlich die Hände waschen.

Waldnahe Gärten fuchssicher einzäunen.

Alte Hausmittel reichen oft nicht aus: Desinfizieren, Einlegen in Alkohol oder die Minusgrade der haushaltsüblichen Tiefkühltruhen reichen nicht aus, um den Erreger unschädlich zu machen, erklärt Dr. Werner Pilz dazu.

Für Jäger gilt:

Vorsicht beim Umgang mit Fuchskadavern und mit Hunden, die Mäuse fressen. Solche Hunde sollten monatlich entwurmt werden.

Beim Fuchsstreifen ist das Tragen von Mundschutz und Einmalhandschuhen Pflicht.

Vor Beginn des Abbalgens den Kadaver kräftig mit Wasser abspritzen, damit anhaftende Bandwurmeier nicht in die Luft gewirbelt werden.

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.lgl.bayern.de, www.fli.bund.de und www.amberg-sulzbach.de
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