Orchestrales Genusserlebnis

Das Vokalensemble ließ mit dem Hit der The Flying Pickets "Only You" aufhorchen. Das war zum Träumen schön.
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
19.12.2014
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Fast 300 Besucher erlebten beim Weihnachtskonzert des Herzog-Christian-August-Gymnasiums eine zweistündige musikalische Show, bei der man tolle Darbietungen bewundern konnte. Bei einigen Stücken liefen die Schüler gar zu Hochform auf.

Es war eine perfekte Organisation, die da von Schülern des HCA-Gymnasiums realisiert wurde. Eine ausgefeilte Technik, offenbar minutiös angelegte "Regieanweisungen" sorgten dafür, dass der Ablauf reibungslos funktionierte. Lukas Wagner war hierfür zuständig. Zunächst begrüßte Schulleiter Dieter Meyer die Besucher. Er dankte Schulleiter Reinhard Kretschmer, im schönen Saal der Berufsschule auftreten zu dürfen. Dann begann das Programm schon mit einem echten Knüller. Eine doppelchörige Canzone von Gabrieli wurde von einem Bläserquintett und sieben Streichern einfach überzeugend gespielt.

Festliche Bläser

Sauber blasende, festliche Bläser und ein ausgewogenes Streicherensemble mit erstaunlich guten Führungsgeigen und souveränen Celli liefen unter Leitung von Stefanie Rösch zu großer Form auf. Das Gymnasium hat einen "neuen" jungen Musiklehrer. Jan Roidl, früherer Domspatz, ist zuständig für die Chöre des Gymnasiums. Und hier war es richtig begeisternd, was da singend über die Bühne kam. Der Unterstufenchor mit "May the Lord send Angels" sang ausgesprochen textverständlich, mit hörbarem Stimmbildungserfolg. Der Chor brachte mit Hackbrettbegleitung auch "es wird scho glei dumpa" zu Gehör. Ganz toll das Vokalensemble, 13 junge Damen und (fast unglaublich) fünf junge Männer machten "Only You" und "Little Town of Bethlehem" zu einem echten "Aha-Effekt". Später präsentierte sich unter seiner Leitung der HCA-Chor. Da standen fast 50 Sänger auf der Bühne in einer fast idealen Verteilung der einzelnen Stimmgruppen. Die jungen Männer und Damen, die da bei "Irish Lullaby" und "Wonderful Dream" einen tollen Chorklang "produzierten" bestachen mit gutem Englisch und sauberer Stimmkultur.

Der Reigen der Chordarbietungen bekam seine Steigerung mit dem gemeinsamen Auftritt von Unterstufen- und HCA-Chor bei "Look at the World" aus der Kindermesse von J. Rutter. Auffällig allerdings bei diesen Chordarbietungen: Es scheint wirklich nur englisch-textliche Literatur zu geben, die am Gymnasium in Frage kommt.

Talentierte Solisten

Auch talentierte instrumentale "Einzelkämpfer" kann das HCA aufbieten. M. Hauer spielte den 1. Satz aus der f-moll-Sonate von Beethoven und brachte die fordernde Dynamik des Stückes mit geschmeidigem Ansatz zur Geltung. In Jonathan Schunk konnte sich ein Geiger präsentieren, der über eine erstaunliche Technik verfügt. Am Klavier begleitet von Karin Arzberger spielte er aus einer Sonate von Leclair zwei Sätze und überzeugte durch sauberste Intonation, auch in den hohen Lagen und einer verblüffenden Sicherheit - eine vorzügliche Leistung.

Nicht so gut beraten waren die Verantwortlichen damit, das den Rahmen sprengende Trompetenkonzert von Arutjunjan (russischer Komponist, 1920 bis 2012) ins Programm zu nehmen. Es ist ein interessantes, mit lyrischen Momenten versehenes und mit virtuosen Effekten glänzendes Werk, das einem Trompeter Kondition und Konzentration gleichermaßen abverlangt. Tommes Rute bewältigte diese Schwierigkeiten zu Beginn mit Kraft, sicherem Tonansatz und spieltechnischer Brillanz. Nach zehn Minuten spürte man, dass Kraft und Konzentration an ihre Grenzen gelangt sind.
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