Peter Seidl & Band überzeugen im Seidel-Saal mit gefühlvollen Songs
Lieder für die kürzeren Tage

Eindrucksvoll führte Peter Seidl (vorne rechts) mit seinen Musikerkollegen in den Herbst hinein. Bild: hka
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
20.11.2015
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Er hat nichts zu tun mit dem J. E. von Seidel, trotzdem zieht es ihn immer wieder in den historischen Saal. Der Amberger Peter Seidl, Pädagoge, Musiker und Poet, stand wieder auf der Bühne in der Stadt, in der er bis 2012 Chef des HCA-Gymnasiums war. Sein musikalisches Thema: die kürzeren Tage, im Jahreslauf und im Leben.

Zunächst kamen als Special Guest "Checkpoint Charlie", denen ihr Drummer Peter Mauritz diesen Auftritt - ihren zweiten überhaupt - vermittelt hatte. Mit ihm zeigten Karlheinz "Charly" Misler (Gitarre und Gesang) und Werner Wiesgickl (Bass), dass sie Blues und Pop ebenso beherrschen wie gefühlvolle Balladen.

Vieles selbst geschrieben

"Schulleiter kann man sein oder nicht sein. Künstler muss man sein, sonst fehlt einem etwas", hat Oberstudiendirektor Seidl, Chef des Erasmus-Gymnasiums in Amberg, bei einem früheren Auftritt in der Herzogstadt gesagt. Er kann beides verbinden. Seinem Publikum fällt es schwer zu entscheiden, was schöner ist, seine Musik oder seine Texte. Musikalisch sind dabei Peter Mauritz am Schlagzeug, Stefan Donhauser (Gitarre), Heinz Beiersdörfer (E-Bass), und Steffen Weber (Querflöte). Seidl selber agiert am Keyboard, singt "Lieder für die kürzern Tage", meist von ihm komponiert und getextet.

Biographie ist immer drin

"Ein bissel Biografie" steckt in vielen seiner Texte, ob er vom Opa erzählt, der, vom Leben nicht gerade verwöhnt, Stammgast beim Schießl-Bräu in Amberg war, oder vom "Böhmischen Fiedler", irgendwie an der Familiengeschichte beteiligt. Seine "Viechereien" vom "Spinnerich", vom "Kamikaze-Canary" oder das "Hengst-hängst-Lied" sind manch einem der Zuhörer nicht unbekannt, werden erwartet, gewünscht und bekommen großen Applaus.

Gefühlvoll begleiten seine Musiker-Freunde die Balladen, deren Texte besinnlich sind, nachdenklich machen, oft unter die Haut gehen. In "Der blaue Fluss" fragt Seidl: "Wo nur geht sie hin, unsere Erdenzeit? Wo nur geht die Freude hin und das Leid?" Er besingt die Tage, die kürzer, die Beine, die müder, die Augen, die schwächer werden, und ruft trotzdem zum Leben auf: "Leb und schau net um, frag net warum".

Als Welt-Uraufführung bringen er und seine Bandmitglieder das "Oberpfalzlied" . Im Dialekt fleht Seidl: "I wüll hoam zua da Mamma, Herrgott, sunst hob i koa Rouh, zu der Oberpfälzer Mamma, blouß dou schmeckt's wejs schmecka mou".

Dass Peter Seidl & Band auch anders können, zeigen die Stücke, die von Rhythmus und Temperament leben, von Soli und jazzigen Einlagen. Nicht fehlen darf die Seidel-Saal-Hymne, das "Lied vom Druck", und ganz zum Schluss wird Bassist Heinz Beiersdörfer vorübergehend zu Joe Cocker: Sein "Unchain my Heart" bekommt jubelnden Beifall des Publikums.

Klassik am Schluss

Die Querflöte allein ist schon ein wunderbares Instrument. Der Leiter der Sing-und Musikschule, Steffen Weber, holte dazu die Pianistin Lisa Milyukova auf die Bühne. Gemeinsam spielten sie einen Satz aus der "Suite Antique" von John Rutter, ein besonderes Highlight.
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