Pfarrer Uwe Markert aus Sulzbach-Rosenberg: Nepal-Reise hat ihn verändert
Mit dem Herzen noch in Nepal

Als das Bild der Familie Markert auf dem höchsten Punkt ihrer Wandertour durch Nepal dem 5416 Meter hohen Thorong-La Pass entstand, wussten sie noch nichts von dem verheerenden Erdbeben. Bild: privat
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
08.05.2015
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Pfarrer Uwe Markert und seine Frau Christina sind wieder glücklich zu Hause in Sulzbach-Rosenberg. Dort wartet erst einmal eine große Überraschung auf die Nepal-Reisenden.

Hier am Esstisch des Pfarrhauses in Sulzbach-Rosenberg mit Blick auf die Maxhütte scheint Nepal weit weg - ebenso wie die atemberaubende Landschaft, das Gebirgsmassiv, die fremde Kultur, aber auch die teils erschreckende Armut und vor allem das verheerende Erdbeben vom 23. April, das Teile des Landes im Himalaya verwüstete.

Nach einer rund 17-stündigen Reise sind Uwe Markert, der Pfarrer der evangelischen Gemeinde St. Johannis in Sulzbach-Rosenberg, und seine Frau Christina am Mittwochabend wohlbehalten in Nürnberg gelandet. Von dort hat sie ihre Tochter abgeholt, damit die beiden nicht noch auf den letzten Kilometern stecken bleiben. An diesem Donnerstagnachmittag sitzen sie zu Hause und erzählen von der Anteilnahme der Menschen in der Oberpfalz.

Spenden aus der Heimat

Angefangen hat alles mit einer Nachricht über Facebook, in der Freunde baten, in ihrem Namen 50 Euro an Erdbebenopfer zu geben. Zuhause sollten die Markerts das Geld wieder bekommen. Diese Bitten seien immer mehr geworden, so dass sich die Familie entschloss, die Kirchengemeinde einzubinden. Und nun am ersten Tag nach ihre Rückkehr sind 29 784,40 Euro an Spenden eingegangen. Eine freudige Überraschung. Das Geld soll den Menschen im Dorf Masal im Gebiet Gorkha zugute kommen. Aus diesem Ort im Epizentrum stammt ihr Bergführer Tej Bagale.

In dem abgelegenen Ort, der nicht auf der Straße zu erreichen ist, wurden alle 150 Häuser zerstört: Rund 750 Menschen sind obdachlos, die Ernte ist verloren. Kurz vor ihrem Abflug haben Uwe Markert, seine Frau, ihr Sohn und dessen Freundin bereits 3000 Euro als Soforthilfe an Tej übergeben (wir berichteten). Auch künftig soll über den Bergführer die Hilfe verteilt werden. Neben Decken, Zelten und Reis geht es um Baumaterial für den Wiederaufbau.

Wenn Uwe und Christina Markert erzählen, wird schnell deutlich, dass sie auf ihrer Tour viel Glück hatten. Die Natur, aber auch die Begegnungen mit den Menschen haben sie erfüllt. Glück hatten sie, weil sich Uwe Markert trotz seiner Höhenkrankheit entschloss, den 5416 Meter hohen Thorong-La Pass zu überqueren. Nur wenig später war dieser wieder gesperrt. Und Glück hatten sie, weil sie in einem Gebiet unterwegs waren, das kaum vom Erdbeben getroffen wurde. Dennoch marschierte nach dem Beben auf der zweiten Hälfte ihrer Wanderung die Angst mit.

Trotz des atemberaubenden Panoramas mit den 8000-ern konnten sie die Tour "nicht mehr genießen", sagt Uwe Markert. "Wir haben immer nach oben geblickt." Das Unbehagen ist geblieben. Laute Geräusche lassen sie noch immer zusammenzucken. Und: "Dass ich mir in einem Haus Fluchtwege überlege, das gab es früher nicht", sagt Christina Markert.

Neue Reisepläne

Kaum zu Hause, überlegen die Markerts, in einem Jahr wieder nach Nepal zu reisen. Sie wollen das Dorf ihres Bergführers besuchen, aber auch eine Wanderung machen. Mit ihren Gedanken und ihren Herzen sind sie noch bei den Menschen in Nepal

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.oberpfalznetz.de/nepal
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