Pianist Dorian Keilhack als neuer Partner von Cellist Misha Quint beim Sulzbach-Rosenberg ...
"Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft"

Schon bei den Proben zum heutigen Eröffnungsrecital haben Cellist Misha Quint und sein neuer Klavierpartner Dorian Keilhack perfekt harmoniert. Bild: aks
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
04.08.2015
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Es ist ein bewegter Mann, der heute Abend beim Eröffnungskonzert des Sulzbach-Rosenberg International Music Festivals (SRIMF) neben Cellist Misha Quint am Flügel Platz nimmt. Als Solo-Pianist, Kammermusiker und Dirigent tourt Dorian Keilhack über die internationalen Bühnen, als Leiter der Opernklasse und des konsOrchesters am Tiroler Landeskoservatorium sowie als Chefdirigent bei den Musikfreunden Gauting pendelt er regelmäßig zwischen Innsbruck, Oberbayern und seinem Lebensmittelpunkt Erlangen.

Mit Leidenschaft

Dass nun auch das SRIMF seine musikalische Vita bereichert, verdankt der freundliche, sympathische Musiker aus Leidenschaft einem Freund. Dieser, wiederum mit dem künstlerischen SRIMF-Leiter Misha Quint vertraut, vermittelte das Engagement als Recital-Klavierpartner und Dirigent der Zauberflöte-Aufführung am Mittwoch, 12. August.

Nachdem sowohl Keilhack als auch Quint die Aufnahmen des jeweils anderen für gut befunden hatten, reichte der telefonische Kontakt aus, um einig zu werden. Die Intuition hat die beiden nicht getäuscht, denn schon bei den ersten Proben zum Eröffnungs-Recital hat sich die Harmonie gezeigt, die gemeinsames Musizieren zum Erfolg werden lässt.

Nicht unwesentlich dabei ist zudem Dorian Keilhacks Begeisterung für das von Misha Quint zusammengestellte Programm. Bereits bei der für den ersten Konzertteil angekündigten Brahms-Cellosonate Nr. 2 in F-Dur gerät er ins Schwärmen: "Eine ganz große Sonate, großartig in ihrer Kompaktheit."

Den zweiten Part des Abends preist der Pianist gar als "jede Menge Cello-Virtuosi". Diese seien schon allein deshalb besonders zu schätzen, weil es sich dabei um eine "verlorene Kunst" handele. Das sieht der ausführende Virtuose nicht anders: "Niemand spielt das heutzutage." Neben einer Verbeugung vor dem legendären Cello-Star Mstislav Rostropovitch zählt auch ein bearbeitetes Schubert-Impromptu zu den gebotenen Leckerbissen: Ein fantastisches Stück, perfekt für das Violoncello obwohl für Klavier komponiert. Leider habe Schubert ihn ja nicht treffen können, so der Cellist mit dem üblichen Schalk im Nacken. Andernfalls wären wohl die Pianisten gleich leer ausgegangen.

Nachdem die technische und künstlerische Feinabstimmung nach einigen Probenstunden sitzt, bleibt den beiden Musikern nur noch das zu tun, was sie stets bei Auftritten antreibt. "Alles geben und versuchen, so aufregend wie möglich zu spielen", lautet die gemeinsame Devise.

"Kleines Juwel"

Wenn es am Ende so klappt, wie sich Quint und Keilhack das wünschen - und davon ist sicher auszugehen -, könnte sich der SRIMF-Debütant ein regelmäßiges Gastspiel bei diesem "kleinen Juwel" durchaus vorstellen. Für seine Beziehung zu Quint bemüht Dorian Keilhack den Filmklassiker Casablanca: "Dies ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft."
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