Pilotprojekt als Speerspitze

VHS-Leiter Manfred Lehner ließ bei der Stützpunkt-Vorstellung ZEN-Geschäftsführer Gerhard Kopf und Klimaschutzkoordinatorin Katharina List zu Wort kommen (von links). Bilder: cog (3)
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
11.05.2015
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Wer hat bei Finanzen, digitalen Medien, Energie oder nachhaltigem Konsum wirklich noch den Überblick? Die Welt wird immer komplizierter. Da brauchen die Bürger aktuelles Wissen und Informationen von unabhängigen Anbietern. Das bekommen sie ab jetzt beim Stützpunkt Verbraucherbildung, der in den Räumen der Volkshochschule (VHS) eröffnet wurde.

"Verbraucherbildung - ein Leben lang" hat sich das Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz zusammen mit dem bayerischen Volkshochschulverband (bvv) auf die Fahnen geschrieben. Ziel ist es, die vorhandenen Bildungsangebote zu befördern, bekannter und langfristig zu machen. Dadurch könnten Zielgruppen besser erreicht und vorhandene Kompetenzen in der Verbraucherbildung gebündelt werden.

Partner vor Ort

Stützpunkte Verbraucherbildung sollen Knotenpunkte zur Kooperation der lokalen Partner vor Ort sein, durch den Austausch können vielfältige Synergien genutzt werden. Vor wenigen Tagen wurde in Memmingen der erste Stützpunkt eröffnet, jetzt entstand an der VHS der zweite.

"Das ist ein Pilotprojekt", stellte deshalb Landrat Richard Reisinger in seiner Ansprache zur Eröffnung fest. Das Foyer des LCC war voll besetzt mit Bürgermeistern, Kreisräten und vor allem "den Netzwerkern, auf die wir immer zurückgreifen können", wie Reisinger es formulierte: Alle in der Verbraucherbildung engagierten Institutionen vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten über Integrations-, Klima und Seniorenbeauftragte bis hin zum Zentrum für Erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit (ZEN) waren vertreten.

"Das Thema Verbraucherbildung braucht einen langen Atem, die Unterstützung durch die Politik und eine starke Frustrationstoleranz", betonte Kornelius Schlehlein, Vorstandsmitglied des bvv, deshalb sei niemand besser geeignet als Manfred Lehner, der Leiter der VHS, den Stützpunkt zu führen. "Die VHS ist ein Innovationslabor", sagte Ministerialdirigentin Sabine Nießen vom Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz anerkennend und wünschte dem Stützpunkt viel Erfolg. Landtagsabgeordneter Harald Schwartz hob hervor, dass die VHS eine Vorreiterrolle übernimmt und die Speerspitze in Nordbayern ist.

Markus Bassenhorst, der Projektleiter im bvv, führte aus, dass es kaum Angebote zur Verbraucherbildung außerhalb der Schulen gebe, weil man unabhängige, kompetente und pädagogisch geschulte Trainer brauche. "Die Angebote müssen interessant, relevant und verständlich sein." Entscheidend sei, Kooperationspartner zu vernetzen, um durch niedrigschwellige Angebote verschiedene gesellschaftliche Gruppen zu erreichen. Dann könne es gelingen, Orientierungswissen zu vermitteln, bevor Probleme entstehen.

Lehner präsentierte neue Akzente für die Verbraucherarbeit in der VHS und ließ einige Kooperationspartner zu Wort kommen. Sie wollen das lokale Netzwerk ausbauen. Lehner ergänzte, dass diese Bildung auch auf europäischer Ebene eine größere Rolle spielen müsse und er die Partnerlandkreise in Argyll and Bute in Schottland und Maintenon in Frankreich einbeziehen wolle.

Vier neue Angebote

Schließlich stellten vier Trainerinnen ihre Angebote vor. Hanne Henkel zeigte, wie man sicher im Internet einkauft. Angelika Ederer präsentierte eine Seminarreihe für junge Leute, die zu Hause ausziehen wollen, Christa Weny führte durch das "Phänomen Internet" und Thomas Czok stellte dar, wie man sich vor Datenklau und Internetkriminalität schützt. Verbraucherbildung, das wurde deutlich, ist ein sehr wichtiges Thema, und die VHS stellt hier ein wertvolles Angebot bereit.

Am Ende konnten die Gäste bei einem Imbiss Kontakte knüpfen und vertiefen. Es gab Infostände über die Angebote der Kooperationspartner des Stützpunkts. Musikalisch wurde der Festakt von der Querflötenklasse der Sing- und Musikschule gestaltet.
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