Platz schaffen für den Zustrom

Schon im Oktober 2014 rückte die Realschul-Turnhalle auf die Liste der möglichen Flüchtlingsunterkünfte. Jetzt könnte es Ernst werden. Bild: Gebhardt
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
27.07.2015
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Kaum sind die einführenden Worte zur Pressekonferenz gesprochen, ruft der Regierungspräsident an: Er teilt Landrat Richard Reisinger mit, dass es schon in den nächsten Tagen losgehen wird mit dem Notfallplan "Unterbringung der Asylbewerber". Bald schon könnte die Turnhalle der Realschule voller Feldbetten stehen.

Zunächst ging es beim SRZ-Gespräch mit Landrat und Bürgermeister Michael Göth um einen anderen, ähnlichen Fall: Der Kreis will nämlich auf dem Gelände des Beruflichen Schulzentrums die alte Schreinerei abreißen und dort einen potenziellen Container-Standort schaffen. Bis zu 160 Menschen könnten dann dort untergebracht werden, ebenfalls im Zuge des landesweiten Notfallplans für Asylbewerber.

Anruf vom Präsidenten

Doch dann kam der Anruf aus Regensburg: Die schon seit Oktober 2014 als Reserve eingeplante Turnhalle der Realschule wird aktiviert, der Notfallplan läuft an. Nach den Landkreisen Tirschenreuth, Neustadt/Waldnaab und Cham sowie der kreisfreien Stadt Weiden und den Regensburger Kasernen kommen auch Amberg und der Landkreis dran, informierte Regierungspräsident Axel Bartelt den Landrat.

Die Dreifachturnhalle der Walter-Höllerer-Realschule, eine Liegenschaft des Landkreises, würde dann mit Feldbetten bestückt, stellte Richard Reisinger klar. Als "Auffanglager" für einige Wochen sei die Turnhalle auf jeden Fall geeignet.

Bis zu 200 Personen für vier bis sechs Wochen, so lautet der Plan für die Turnhalle. Sportunterricht und Vereinsveranstaltungen müssten in dieser Zeit dann natürlich ausgelagert werden. Bürgermeister Göth, der dem Landrat jede Hilfe der Stadt zusagte, zeigte sich hier offen für Gespräche.

Container möglich

Gleichzeitig aber stellt der Landkreis einen Bauantrag bei der Stadt: Die alte Schreinerei auf dem Gelände des Staatlichen Berufsschulzentrums soll abgerissen werden. "Dort schaffen wir die Voraussetzungen für einen Container-Standort", erläuterten Hubert Saradeth vom Gebäudemanagement und Dr. Norbert Vogl, zuständig für Gemeinde- und Sozialangelegenheiten am Landratsamt Amberg-Sulzbach. Strom, Wasser und Heizung könnten dort relativ problemlos angeschlossen werden.

Mit dieser Maßnahme würde der Notfallplan um die zusätzliche Kapazität von rund 160 Plätzen erweitert. Wenn das Flüchtlingsaufkommen weiter so steigt, sei diese Möglichkeit durchaus realistisch zu sehen. Doch der Landkreis ist gewappnet. "Wir werden also unseren Beitrag leisten", stellte Reisinger fest. Er erwähnte auch die neue Erstaufnahmeeinrichtung, die bis 1. November in Amberg im Gebäude der ehemaligen Landwirtschaftsschule entstehen wird. Derzeit seien etwa 620 Asylbewerber flächendeckend über die Landkreis-Gemeinden verteilt.

Wann die Flüchtlinge in Sulzbach-Rosenberg eintreffen, hängt von vielen Faktoren ab. Aber der Regierungspräsident deutete es im Telefongespräch schon an: "Das kann schnell gehen!"
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