"Plötzlich war der Tod da"

Marianne Schüsselbauer (links) und Angela Hering (rechts) informierten über die Arbeit des Hospizvereins Amberg. Bild: Maciolek
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
18.11.2014
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Die Menschen haben über den Tod keine Macht. Jeder Sterbende hat noch Wünsche und ein Bedürfnis, sich mitzuteilen. Hospizhelfer sind da willkommen.

"Weg der Sterbebegleitung durch Hospizarbeit und Angehörige" lautete das Thema eines Informationsnachmittags bei den KAB-Senioren der Pfarrei Herz Jesu Rosenberg. Vorsitzende Gerlinde Hering begrüßte dazu Marianne Schüsselbauer und Angela Hering vom Hospizverein Amberg. Mit dem Gedicht "Es ist alles nur geliehen, jede Stunde, jedes Glück", eröffnete Hering die Veranstaltung.

Schüsselbauer berichtete, dass sowohl ihr Vater als auch ihre Schwester gestorben seien: "Plötzlich war der Tod da." Sterben, Tod und Trauer seien Teil des Lebens. "Wir wissen alle, dass wir sterben müssen und sind meistens unvorbereitet. Sterben heißt Abschied nehmen." Auf diesem Weg biete der Hospizverein Hilfe an.

Hospize entstanden in Gebirgsgegenden, wo Reisende oft Hilfe brauchten. Auch die englische Krankenschwester Cicely Saunders sah, dass Sterbende dringend Beistand brauchten, so Schüsselbauer weiter. "Wir dürfen Menschen auf ihren Weg in den Tod nicht alleine lassen."

Sterben zu Hause

Die Ärztin Dr. Elisabeth Kübler-Ross habe gesagt, dass Geburt und Tod Veränderung, Schmerz und Pein bedeuteten - aber auch Freude. In früheren Zeiten starben die Menschen meist zu Hause. Der Verstorbene sei nicht gleich weggebracht worden. Die Familie sei zusammengekommen und man sei gemeinsam zum Friedhof gegangen. Schüsselbauer: "Wo sterben die Leute heute? Unsere Gesellschaft möchte mit dem Tod nichts zu tun haben." Angela Hering, ausgebildete Krankenschwester, ist die Koordinatorin des Hospizvereins. Sie wusste, dass die meisten Wünsche der Sterbenden soziale Fragen betreffen, insbesondere wie es mit der Familie weitergehe. Auch körperliche Belange spielten eine große Rolle, Schmerzen sollten gestillt werden. Manche wollten über das Sterben sprechen, andere wünschen, dass ihnen beigestanden wird, dass jemand bei ihnen ist und die Hand hält. "Man muss reden, aber auch schweigen können."
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