Politik geht auch sympathisch

Ein voller Saal im Capitol bewies das Interesse am Forum. Viele Gäste wollten die Ministerin live erleben. Bild: Gebhardt
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
01.03.2015
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Auf dem Nockherberg wurde sie noch von Kannibalen aufgefressen, aber im Capitol kam sie schon wieder ganz locker rüber: "Mir is nix passiert!", versicherte Ilse Aigner und kämpfte kurz mit dem Mikrofon. Dann nahm sie das Ding aus der Halterung und moderierte als Medienprofi souverän und sympathisch das Forum der Begegnung: CSU in ihrer weiblichsten Form.

Voller Saal, volle Erwartungshaltung. Dr. Patrick Fröhlich als Orts- und Dr. Harald Schwartz als Kreisvorsitzender stellten auch gleich klar, wie stark Bayern sich engagiert in der Region: Über 300 Millionen Euro, so Fröhlich, seien in 25 Jahren in den Raum Sulzbach-Rosenberg geflossen, davon alleine 143 Millionen an Mitteln aus dem Finanzausgleichgesetz.

Eventuell neuer Topf

"Sie haben eine Stadt mit stolzer Vergangenheit, aber auch mit Zukunft", charakterisierte die Wirtschaftsministerin die Herzogstadt und zeigte sich froh, dass mit dem Rohrwerk ein Teil der Montanindustrie überlebt habe. 17 Millionen Euro vom Freistaat hätten im Landkreis in zehn Jahren 130 Millionen an Investitionen ausgelöst, 3000 Arbeitsplätze gesichert und 400 neue geschaffen. Die stellvertretende Ministerpräsidentin wusste auch um das MH-Areal bzw. die Hochofen-Plaza - hier könne die Regierung eventuell einen neuen Fördertopf auftun.

Die Ministerin stellte sich ohne Abstriche hinter den "breiten, kreativen Mittelstand": "Hier bringen sich die Eigentümer selber ein, schauen auf ihre Mitarbeiter, investieren und schaffen Ausbildungsplätze!" Durch entsprechende Gestaltung der Erbschaftssteuer müsse dafür gesorgt werden, dass geschaffene Werte weitergegeben werden könnten, ohne den Betrieb zu ruinieren.

Wie wichtig Ausbildung in den Firmen sei, veranschaulichte sie an Beispielen aus dem Ausland. "Wir müssen aufhören, den jungen Leuten zu erzählen, nur mit der Uni kämen sie weiter!" Auch mit betrieblicher Ausbildung könne man einiges werden - "zum Beispiel bayerische Wirtschaftsministerin!", lächelte die gelernte Fernsehtechnikerin.

Plausch am Schluss

Über Breitband-Ausgaben, ausgeglichenen Haushalt und Schuldenrückzahlung im Freistaat kam Aigner auf die Umgestaltung des Energieversorgungssystems mit Schwerpunkt Dezentralität. Griechenland ("Nur Hilfe zur Selbsthilfe"), Europa ("Von unschätzbarem Wert") und Koalitionsverhandlungen ("Wir haben jede Art von Steuererhöhung verhindert") - die Ministerin spannte den Themenbogen weit, aber abwechslungsreich.

Großer Applaus und das launige Schlusswort des Landrats, der dringend von Fracking abriet, setzten den Schlusspunkt - Gelegenheit zum Plausch mit der Ministerin.
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