Polizeibeamter gibt bei Senioren-Arbeitsgemeinschaft 60plus Tipps zum Schutz vor Betrügern und ...
Den Schauspieler vor der Tür entlarven

Geben Sie Ihr Geld niemals einem Menschen mit, den sie nicht kennen.
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
17.07.2015
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"Vorsichtsmaßnahmen sind notwendig, um sich vor Dieben zu schützen. Panik ist aber nicht angebracht, denn in der Oberpfalz und im Landkreis Amberg-Sulzbach lebt man im Vergleich zu anderen Regionen noch relativ sicher", betonte der Erste Polizeikommissar Günther Vierl aus Nabburg beim monatlichen Treffen der SPD-Arbeitsgemeinschaft 60plus im Altstadtcafé. Vorsitzende Helene Schwarz stellte den Referenten vor.

Ausweis genau anschauen

Misstrauen sei angebracht, wenn ein Unbekannter in die Wohnung will. Häufig gebrauchte Vorwände seien die Bitte um ein Glas Wasser, das Telefon benutzen oder das Baby wickeln zu dürfen. Um sich zu schützen, sollte man prüfen, ob die Angaben tatsächlich stimmen und dem Bittsteller vor der Wohnungstür etwas zu trinken geben.

Wenn Polizisten, Kriminalbeamte oder sogenannte Amtspersonen von Behörden vor der Tür stehen, sollte sich der Wohnungsinhaber ihren Ausweis zeigen lassen und ihn prüfen. "Rufen Sie im Zweifelsfall bei der zuständigen Behörde an", riet der Polizeidienststellenleiter, um mögliche Schauspieler zu entlarven.

Ein Näschen für Verstecke

Sinnvoll sei es, die Kette an der Tür erst dann zu öffnen, wenn man sicher sei, keinen Betrüger vor sich zu haben. Wenn ein solcher in die Wohnung gelangt, sei es meistens auch passiert. Aus seiner "Berufserfahrung" kenne der Dieb fast alle Verstecke von Wertsachen. Vierl riet, deshalb nicht mehr Geld zu Hause haben, wie es nötig ist.

Er sprach auch den sogenannten Enkeltrick an. Ein Anrufer gibt sich dabei als Verwandter aus, der wegen einer Notlage oder einer attraktiven Kaufgelegenheit dringend Geld braucht. Das könne er aber nicht selbst abholen. Wer es dem angeblichen Boten anvertraut, sieht es in der Regel nie wieder. "Geben Sie Ihr Geld niemals einem Menschen mit, den sie nicht kennen", warnte Günther Vierl. Wer dennoch mit dem Enkeltrick hereingelegt wurde, sollte auf jeden Fall bei der Polizei Anzeige erstatten, denn nur dann bestehe die Möglichkeit, die Sache aufzuklären.

Auf das Datum achten

Risiken steckten auch in Haustürgeschäften. Das Gesetz sieht zwar vor, dass der Käufer innerhalb von zwei Wochen ohne Angabe von Gründen vom Vertrag zurücktreten kann. Dieses Recht werde aber durch ein falsches Datum ausgehebelt. Deshalb müsse darauf bei Vertragsabschluss geachtet werden.

Überhaupt teilgenommen?

Während Kaffeefahrten selten geworden seien, versuchten es Betrüger öfter mit der Masche "Sie haben gewonnen", ans Geld der Leute zu kommen. "Wenn Sie einen solchen Brief bekommen, sollten Sie sich erst fragen, ob Sie überhaupt an einem Preisausschreiben teilgenommen haben", legte der Polizist seinen Zuhörern nahe. "Falls nicht, werfen sie ihn am besten gleich in den Papierkorb."

Auf den Einbruchschutz in Haus und Wohnung sollte niemand verzichten, weil er glaubt, "bei mir gibt es sowieso nicht zu holen". Auch für kleine Summen wurde schon eingebrochen, schloss Günther Vierl.
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