Presse macht mächtig Druck

Vom Förderband fallen die Äpfel in den Lagerbunker, von dort schwemmt sie ein Wasserstrom später hinüber ins Presswerk. Bilder: Gebhardt (4)
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
28.10.2014
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Wenn die Bürger zur Arbeit fahren, sind die Heinzelmännchen schon wieder am Saubermachen: In der Obstverwertung wird früh aufgestanden während der Saison. Die Presse liefert köstlichen Apfelsaft, und Besitzerin Anni Rösel freut sich nach mageren Jahren über eine akzeptable Ernte.

Noch etwa zwei Wochen wird Obst angenommen, danach ist Schluss für heuer. Morgens um 4.30 Uhr geht es los, dann stehen Anni Rösel und ihr Team bereits in der Halle und bedienen die neue Bandpresse. Der Trester fällt über ein Förderband gleich in den Hof hinaus.

Rund 5000 Liter Saft ergibt so eine Frühschicht, und neben dem naturreinen Apfelprodukt hat die Obstverwertung (übrigens die einzige Großpresse im Sulzbacher Raum) auch noch zwölf andere Geschmackssorten und Mischungen vorrätig. Abgefüllt und etikettiert werden die Säfte in der eigenen Anlage, die perfekt läuft und den Ansturm gut bewältigt. Täglich von 8.30 bis 12 und 14 bis 17 Uhr sowie samstags von 8.30 bis 12.30 Uhr kann diese und nächste Woche noch angeliefert werden.

Zahllose Säcke

Wöchentlich einige Hundert Zentner rollen an im Hof der Obstverwertung. Vor allem treue Stammkunden sind es, die zahllose Säcke mit prachtvollen Äpfeln auf die Waage und anschließend aufs Förderband wuchten. Sie kommen aus Sulzbach-Rosenberg, dem Landkreis, der Stadt Amberg, aber auch aus dem Nürnberger Land, dem Vilstal Richtung Schwandorf.

Alles wird gutgeschrieben

In der Hofgartenstraße wird genau Buch geführt über jedes Kilo Obst, das im Bunker landet. Der Kunde kann einen Teil seines Saftguthabens gleich mitnehmen, der Rest wird in einem Büchlein gutgeschrieben. Auch Birnen gibt es heuer wieder in normalen Mengen. Ihr Saft veredelt den köstlichen Apfeltrunk noch zusätzlich.

Seit Ende August läuft die Maschinerie, wohl noch bis Mitte November wird es dauern, bis alle Vorräte und Anlieferungen abgearbeitet sind. Pressen, abfüllen - so geht es immer noch im Tagesrhythmus weiter. In großen Stahltanks wartet der Saft auf Abholer. Neben dem Haus türmen sich die Berge aus Apfeltrester, begehrt als Wildfutter bei den Jägern. Seit 1990 betreibt Anni Rösel das Geschäft, das ihr Vater 1974 vom Obst- und Gartenbauverein übernommen hatte. Mit der Ernte 2014 ist Anni Rösel heuer recht zufrieden - jedenfalls sei sie besser als in den Vorjahren.

Bis zu einer Tonne

Einzelne Kunden lieferten bis zu 20 Zentner auf einmal an, doch in der Regel kamen drei, vier Säcke voll. "Allerdings kommt es auch schon vor, dass jemand nur fünf oder zehn Kilo bringt", meint Anni Rösel, aber auch Kleinmengen sind willkommen.

Rund 27 Liter Saft quetscht die Presse aus einem Zentner Obst. Der Kunde zahlt die Pressgebühr und bekommt dann den Saft (trüb oder gefiltert) gleich mit. Birnen kommen heuer relativ wenig vor. Doch das ist in den letzten Jahren zur Normalität geworden, meint Anni Rösel. Für das nächste Dreivierteljahr jedenfalls, da ist sie sicher, wird der Saft reichen. Ihre Kundschaft hört das mit Freude.
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