Professor Italo Michele Battafarano zu Gast bei den Akteuren der Festspiele
Knorrs Botschaft bleibt aktuell

"Geschichte in der Gegenwart" nennt Prof. Italo Michele Battafarano die Knorr-von-Rosenroth-Festspiele. "So erkennt man, was man von der Vergangenheit geschenkt bekommen hat", sagte er im Gespräch mit Schauspielern, Sängern, Musikern und Tänzern. Bild: cog
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
22.07.2015
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"Die Knorr-von-Rosenroth-Festspiele machen die Geschichte der Stadt erlebbar", urteilt Prof. Italo Michele Battafarano. Der italienische Germanist und Experte für Christian Knorr von Rosenroth ist einer der Gründer der Knorr-von-Rosenroth-Gesellschaft, die sich der Erforschung des Werkes dieses Philosophen und Universalgelehrten widmet. Er ist auch einer der Väter der Festspiele.

Vor der letzten Vorstellung sprach Prof. Battafarano in der Garderobe zu den vielen Akteuren von "Die Vermählung Christi mit der Seele". Er erläuterte den Schauspielern, Sängern, Musikern und Tänzern, dass Herzog Christian August im 17. Jahrhundert ein Modell der Toleranz verwirklichte. Die Festspiele machten diesen Teil der Kunst- und Kulturgeschichte der Stadt lebendig. "Das ist Geschichte in der Gegenwart. So erkennt man, was man von der Vergangenheit geschenkt bekommen hat", erklärte er.

Knorrs Botschaft sei auch heute noch aktuell. Wichtig seien Tugenden wie Freundschaft, Liebe und Treue. Wer tugendhaft lebt, für den sei die Trennung der Konfessionen nicht mehr so wichtig. Es gehe nicht darum, katholisch, evangelisch, jüdisch oder muslimisch zu sein, sondern menschlich.

Das große Verdienst der Festspiele sei es, so der Germanist, diese Botschaft für das heutige Publikum verständlich zu machen. Solche Barockfestspiele sind einmalig in Deutschland. "Es gab 2007, 2010 und jetzt 2015 Knorr-von-Rosenroth-Festspiele in der Herzogstadt", schloss der Professor, "deshalb bin ich sicher, dass es auch ein 30. und ein 40. Festspiel geben wird. Wir selbst werden es vielleicht nicht mehr erleben, wohl aber die Stadt."
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