Quelle für Zukunftstechnologien

Samir Binder (Zweiter von links), Leiter der Abteilung Energietechnik bei Fraunhofer Umsicht, führte die Delegation durch das Institut. Er informierte dabei über das Tagesgeschäft der dort arbeitenden Experten und Erfinder. Bild: hfz
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
26.03.2015
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Kohle und Schmierstoffe für die Autoindustrie, hochwertige Gase und Strom aus Reststoffen der Industrie und der Landwirtschaft. Die nahezu unversiegbare Quelle findet sich in ehemaligen Maxhütte-Gebäuden in Sulzbach-Rosenberg - bei Fraunhofer Umsicht. Jetzt fehlen nur noch passende Busanbindungen.

Diplom-Ingenieur Samir Binder, Leiter der dortigen Abteilung Energietechnik, führte die CSU-Stadträte und Vorstandsmitglieder durch die Versuchsanlagen des Forschungszentrums. Ihnen wurde demonstriert, wie Kohle und Schmierstoffe für die Autoindustrie oder auch hochwertige Gase und Strom aus Reststoffen der Industrie und der Landwirtschaft hergestellt werden können - erdacht und umgesetzt von den Erfindern bei Fraunhofer Umsicht.

In der Praxis könnte das bedeuten: Bisher nicht verwertbare Reste aus Biogasanlagen, Klärschlamm oder Müll können erneut Energieträger werden und so die Wirtschaftlichkeit von Biogasanlagen oder auch Olivenpressen in Italien und Griechenland erhöhen. Gespräche in dieser Richtung mit italienischen Abnehmern hätten schon stattgefunden, Verhandlungen mit VW in Wolfsburg über die Herstellung von Schmierstoffen stünden dieser Tage an.

Nicht verkaufen

Allerdings, so Binder später, sei Fraunhofer Umsicht nicht dafür da, Anlagen zu verkaufen oder zu vermarkten. Auch könne das Zentrum keine Garantien geben. Deshalb arbeiteten die Ingenieure derzeit daran, zu beweisen, dass die Technologie wirtschaftlich arbeiten kann. Er stieß damit bei den Gästen auf offene Ohren.

Schließlich hat sich die CSU zum Ziel gesetzt, über eine florierende Wirtschaft und Arbeitsplätze die Möglichkeit zu schaffen, die Gewerbesteuereinnahmen der Stadt positiv zu beeinflussen: Nicht zuletzt deshalb habe man gemeinsam mit FWU und FDP/FWS ein Maßnahmenpaket in den Stadtrat eingebracht, um die Wirtschaftskraft nachhaltig zu verbessern (wie berichtet).

Anknüpfend an Binder sagte Fraktionsvorsitzender Dr. Stefan Morgenschweis, wenn die geschilderte fortschrittliche Entwicklung aus Sulzbach-Rosenberg komme und die Reststoffverwertung revolutioniere, dann habe das nicht nur Nutzen für das Institut selbst. Der Name der Stadt werde in solch positivem Zusammenhang weit hinaus bekannt. Aufbruchsstimmung, die sich seit vier, fünf Jahren unter Fraunhofer-Mitarbeitern ausbreite, springe über.

Aus aller Welt

Wie Binder betonte, würden Bewerbungen nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus der ganzen Welt eingehen.(Hintergrund)
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