Ransbach und der G7-Gipfel

So sehen sie aus, die neuen Endgeräte für den Digitalfunk der Feuerwehr: Die ersten Motorola MTB 850 sind eingetroffen. Bild: Hartl
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
21.11.2014
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Die 2015 in Elmau geplante Konferenz der Staatsmänner hat Auswirkungen auf jedes Dorf. Spätestens wenn die Mächtigen der Welt nach Bayern kommen, muss der Digitalfunk funktionieren - auch bei der Feuerwehr im Lauterachtal.

Ransbach zum Beispiel hat so eine Dorffeuerwehr, die bisher noch gar nicht mit Funkgeräten ausgestattet war. Seit jeher steht der Löschmannschaft aus dem Ort nur ein Anhänger mit Pumpe zur Verfügung. In wenigen Wochen wird sich das ändern: Auch die Einsatzkräfte in Ransbach erhalten die nigelnagelneuen Digitalfunkgeräte - damit spätestens bis zum G7-Gipfel im Juni 2015 im oberbayerischen Elmau der Freistaat flächendeckend mit der neuen Technik versorgt ist.

Die Umstellung ist seit Mitte vergangenen Jahres generalstabsmäßig geplant. Die Stadt Amberg hat sich mit den Landkreisen Amberg-Sulzbach und Schwandorf zusammengetan, damit im Bereich der Integrierten Leitstelle (ILS) einheitliche Standards gelten. Zusammen haben die drei Gebietskörperschaften rund 2500 Funkgeräte bestellt. Der Auftrag mit einem Volumen von 1,3 Millionen Euro ging an Motorola. 80 Prozent der Beschaffungskosten übernimmt der Freistaat.

Vilseck fängt an

"Die ersten Pakete sind ausgeliefert worden", berichtet Kreisbrandrat Fredi Weiß, der das Digitalfunk-Projekt für den Landkreis Amberg-Sulzbach betreut. Weiß hat dazu eine neu geschaffenen Halbtagsstelle angetreten. Sein Büro in der Amberger Adalbert-Stifter-Straße trägt den Namen "Taktisch-Technische Betriebsstelle" (TTB). Alle 96 bayerischen Landkreise und kreisfreien Städte haben eine solche TTB eingeführt. Die erste Lieferung ist für Vilseck bestimmt. Dann folgen alle anderen 113 Ortsfeuerwehren. "Das geht jetzt dann Schlag auf Schlag", erklärt Weiß.

Die Geräte vom Typ Motorola MTP 850, derer sich die Vilsecker Kameraden demnächst schon bedienen, wurden am Mittwoch programmiert. "Schon am Wochenende starten die Schulungen", sagt Kreisbrandinspektor Hubert Blödt (Kümmersbruck). Insgesamt sollen in den nächsten Wochen und Monaten 5000 Einsatzkräfte im Landkreis eingewiesen werden. "Das ist bestimmt keine Wissenschaft für sich", versucht Blödt Berührungsängste mit der neuen Technik zu zerstreuen. "Wer ein Handy bedienen kann, der kommt auch mit den neuen Funkgeräten zurecht."

Vorfreude ist groß

Hemmschwellen scheint es bei den Feuerwehrkameraden ohnehin kaum zu geben. "Unsere Leute warten eigentlich schon sehnlichst auf den Digitalfunk", sagt Kreisbrandmeister Roland Kolbeck aus Ebermannsdorf. Immerhin sei die Einführung jahrelang diskutiert und immer wieder verschoben worden. Von den neuen Geräten erhoffen sich Kolbeck und seine Kollegen nicht nur eine bessere Sprachqualität beim Einsatz, sondern auch einen geringeren Wartungsaufwand. Der wichtigste Vorteil aber ist die nahezu flächendeckende Erreichbarkeit im gesamten Zuständigkeitsbereich der ILS. "Wir werden künftig einfach viel besser miteinander kommunizieren können", betont Kolbeck. "Das ist im Ernstfall Gold wert."

Eine Flut von Kursen

17 Basisstationen - zwei davon in der Stadt Amberg - sorgen dafür, dass die Feuerwehr auch im entlegensten Tal des Landkreises ihre Funksprüche absetzen kann. Theoretisch können die verschiedenen Sicherheitsbehörden und Hilfsorganisationen dann auch problemlos untereinander kommunizieren. Und zwar nicht nur innerhalb der Kreisgrenzen, sondern von Hof bis Berchtesgaden. Ob das alles funktioniert, wird eine ganze Flut von Kursen und Übungen in den nächsten Wochen zeigen. Dann könnte sich sogar die Feuerwehr in der G7-Gipfel-Gemeinde Elmau nach Ransbach durchstellen lassen, wenn sie Rat bräuchte. Theoretisch.
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