Raser einfach nicht zu bremsen

Aus den verschiedensten Anlässen kann es plötzlich krachen auf den Straßen: Oft sind schwere Verletzungen bei den Beteiligten die Folge. Die Gesamtzahl der Unfälle ging jedoch leicht zurück. Bild: Gebhardt
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
08.04.2015
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Ein Auto bricht plötzlich nach links aus und stößt mit einem entgegen kommenden Wagen zusammen. Der Fahrer begründet das später mit einer kurzen Unachtsamkeit: So erleben es Polizisten immer wieder. Bei ihnen weckt das einen Verdacht.

Alkohol und Geschwindigkeit sind die Klassiker der Kontrolltätigkeit auf der Straße. Der Umgang mit Mobiltelefonen während der Fahrt erscheint dem Chef der Polizeiinspektion Sulzbach-Rosenberg, Klaus Erras, ebenfalls problematisch, betont er im SRZ-Gespräch über die Entwicklung des Unfallgeschehens im Jahr 2014.

Unerbittliche Anzeige

Dabei häufen sich Zusammenstöße, nachdem ein Fahrzeug plötzlich und ohne ersichtlichen Grund nach links auf die Gegenseite geraten ist. Vielleicht hatte der Verursacher ja die Finger am Handy, mutmaßen Erras und sein Verkehrssachbearbeiter Uwe Aulinger. Wer am Steuer telefoniert oder "simst", darf nicht hoffen, dass die Polizei ein Auge zudrückt: "Verstöße werden rigoros angezeigt." Zu den Hauptursachen gehört nach wie vor überhöhte Geschwindigkeit. 139 Stunden setzte die Inspektion ihr Handmessgerät im Vorjahr ein. Der Strahl der Laserpistole traf 39 Raser und brachte ihnen ein Fahrverbot von mindestens einem Monat ein.

Zwölfmal mit Alkohol

Nicht ganz so hart traf es 163 weitere Tempo-Sünder mit Ordnungswidrigkeiten-Anzeigen und 104 im Verwarnungsbereich. Alkoholbedingte Unfälle gab es zwölf; zwei weniger als 2013. Bei allgemeinen Verkehrskontrollen stoppten die Ordnungshüter 60 Fahrzeuglenker, die mit Promille belastet waren. Sieben Angetrunkene hatten Glück, dass sie noch nicht losgefahren waren, als die Polizei kam.

Gestiegen ist aus der Sicht von Erstem Polizeihauptkommissar Klaus Erras die Neigung, sich der Verantwortung für einen Schaden zu entziehen - und das schon nach Parkremplern. "Auch bei kleinen Schäden droht ein Fahrverbot", warnt er.

Zwar wird nicht jeder Flüchtige ermittelt, aber unter 169 Fällen waren es 2014 immerhin 36,68 Prozent. Elf von ihnen scheuten sich nicht, gar einen verletzten Menschen zurückzulassen.

88 junge Erwachsene von 18 bis 24 Jahren waren in schwere Unfälle verwickelt, 49 von ihnen als Hauptverursacher. Oft unterliefen ihnen Fehler beim Abbiegen, Wenden oder im Rückwärtsgang. Das ließe sich noch mit mangelnder "Er-Fahrung" begründen, nicht aber die ebenfalls häufige Überschreitung der zulässigen Geschwindigkeit. Anlass zur Freude findet Polizeioberkommissar Uwe Aulinger in der Statistik an anderer Stelle: "Auch im vergangenen Jahr ereignete sich, wie schon 2013, kein einziger Schulwegunfall." Wesentlichen Anteil daran schreibt er dem freiwilligen, unbezahlten Einsatz der Schulweghelfer, Schüler- und Schulbuslotsen zu.
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