Rechtsanwalt Dr. Heiko Übler klärt bei "60plus" auf - Ansonsten setzt Amtsgericht einen Vormund ...
Verfügung und Vollmacht enorm wichtig

Vorsitzende Helene Schwarz stellte den Referenten Dr. Heiko Übler vor. Bild: Hartl
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
15.11.2014
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Wer auch bei schwerer Krankheit über sich selbst entscheiden will, sollte rechtzeitig eine Patientenverfügung und eine Vorsorgevollmacht abschließen. Diesen Tipp gab bei der Seniorengruppe 60plus im Altstadtcafé Rechtsanwalt Dr. Heiko Übler.

Wie oft sei es schon passiert, dass jemand aufgrund eines Schlaganfalles nicht mehr in der Lage war, selbstständige Entscheidungen zu treffen, gab die Vorsitzende Helene Schwarz zu bedenken. Deshalb sollte jeder so früh wie möglich vorsorgen. "Jeder Mensch darf selbst über ein menschenwürdiges Leben und Sterben entscheiden", betonte Rechtsanwalt Dr. Heiko Übler.

Dies bedeute, dass man im medizinischen Bereich selbst festlegen könne, ob in der Sterbephase Nahrung gereicht und welche medizinische Behandlung vorgenommen werden solle.

Ein Problem könnte beim Einsatz eines Notarztes auftreten, denn dieser sei nicht immer in der Lage, etwa bei einem Verkehrsunfall, sofort den Willen des Patienten festzustellen. Hat jemand keine Patientenverfügung getroffen, so ist der Arzt verpflichtet, alle medizinischen Mittel einzusetzen, um das Leben zu retten. Eine solche Willensbekundung gelte aber nicht automatisch für immer, sondern sie könne jederzeit abgeändert werden.

Als generelle Regel gelte, die Patientenverfügung alle zwei Jahre zu erneuern. Dabei genüge es, diese nochmals mit einer Datumsangabe zu unterzeichnen, damit der behandelnde Arzt auch sicher sein kann, dass die Verfügung noch dem Patientenwillen entspreche.

Verträge abschließen

Die Vorsorgevollmacht berechtigt dazu, die notwendigen Angelegenheiten mit Behörden, Gerichten sowie den Zahlungsverkehr zu erledigen und Verträge abzuschließen, schilderte Übler. Wenn keine Vorsorgevollmacht vorliege und man selbst nicht mehr in Lage sei, eine solche auszustellen, dann setze das zuständige Amtsgericht einen Vormund ein.
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