Regens Wagner fragt bei Gemeinden wegen Behinderten
Inklusion noch keine Selbstverständlichkeit

Lokales
Sulzbach-Rosenberg
20.06.2015
3
0
Nach Einschätzung der Landkreisgemeinden, die bei der Umfrage zum Thema Inklusion mitmachten (siehe "Der Anlass"), leben bei uns in der Region ähnlich viele Menschen mit Behinderung wie im Bundesdurchschnitt - das wäre jeder elfte Bürger. Trotzdem gibt es in den Gemeinden kaum Behindertenbeauftragte. Bei den Antworten aus dem Landkreis sind es nur zwei, teilt Christina Maltenberger, die Leiterin der Offenen Dienste Sulzbach-Rosenberg, mit. In keiner der Gemeinden gibt es einen Behindertenbeirat. Allerdings hat die Stadt Amberg 2015 das Bündnis Inklusion gegründet.

Umso erfreulicher ist es, dass in mehr als der Hälfte der Gemeinden Menschen mit Behinderung in der Verwaltung arbeiten. Dennoch gibt es in den Kommunen kaum inklusive Projekte (bei denen Menschen mit und ohne Behinderung von Anfang an dabei sein können).

Schulen als Vorreiter

Die Schulen sind hier schon einen Schritt weiter. Im Landkreis gibt es bei etwa der Hälfte der Gemeinden Schüler mit Behinderung, die eine Regelschule besuchen. Seit einigen Jahren haben Eltern die Möglichkeit, die Schule für ihr behindertes Kind frei zu wählen. Vielfach haben Schüler mit Behinderung im Unterricht einen Schulbegleiter, der die Defizite aufgrund der Behinderung kompensieren soll. Für viele Klassen ist das schon eine Selbstverständlichkeit.

Fast alle Städte und Gemeinden halten allgemeine Infomaterialien für Menschen mit Behinderung bereit, spezielle Informationen, welche Angebote und Möglichkeiten es vor Ort gibt, sind da schon seltener. Hier werden die Offenen Hilfen auf die Gemeinden zugehen und Materialien zu Verfügung stellen.

Ein weiteres Thema war, inwieweit die öffentlichen Einrichtungen der Gemeinde barrierefrei sind. Laut UN-Behindertenrechtskonvention sollten alle öffentlichen Neubauten bzw. Umbauten barrierefrei werden, also mit Rampen, Aufzügen, ausreichend breiten Türen für Rollstuhlfahrer und auch Hilfen für Sinnesbehinderte, wie zum Beispiel Beschriftungen in Blindenschrift oder eine ausreichende Akustik für Hörbehinderte. Barrierefreiheit hilft nicht nur Bürgern mit Behinderung, sondern etwa auch älteren Menschen oder Eltern mit einem Kinderwagen. Ein Großteil der Gemeinden schätzt, dass bis zu 25 Prozent ihrer öffentlichen Einrichtungen barrierefrei sind. Viele Gemeinden signalisieren, dass sich da etwas tun muss, und wünschen sich dafür mehr Zuschüsse.

Zur Hilfe bereit

Außerdem werden Beratungsstellen, Kontaktgruppen, Entlastungs- und Unterstützungsangebote sowie Freizeitangebote für Betroffene gewünscht. Die Offenen Hilfen werden hier das Gespräch mit den Gemeinden suchen und sie beraten.
Weitere Beiträge zu den Themen: Juni 2015 (7771)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.