Region Amberg-Sulzbach seit 2013 mit hoher Zahl von Erkrankungen, die auf Zeckenbisse ...
Im Januar schon der erste Fall von Borreliose

In der REM-Aufnahme wirkt die Zecke viel bedrohlicher als mit bloßem Auge betrachtet. Da sieht man sie ja meist kaum. Bild: www.zecken.de
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
08.04.2015
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Die Hinweise mehren sich, dass die Zecken wieder aktiv werden. Darauf weist das Gesundheitsamt in einer Presseinfo hin. Damit steigt auch die Gefahr, dass die gefürchteten Blutsauger Menschen befallen und mit ihrem Stich Krankheitserreger, Bakterien und Viren, übertragen. Die wichtigsten sind Borrelien und das FSME-Virus.

Die Region Amberg-Sulzbach ist seit Jahren ein Risikogebiet mit auffällig hohen FSME-Erkrankungszahlen, also Fällen von Hirnhaut- beziehungsweise Gehirnentzündung. In den vergangenen beiden Jahren wurden dem Gesundheitsamt mit 16 (2013) und 12 (2014) doppelt so viele FSME-Erkrankungen in der Stadt Amberg und im Landkreis Amberg-Sulzbach gemeldet wie im vorangegangenen Zweijahreszeitraum.

Dass die Anzahl der Neuerkrankungen von Jahr zu Jahr erheblich schwanken kann, hängt einerseits mit dem Wetter zusammen - bei schlechtem Wetter sind weniger Menschen in der freien Natur unterwegs. Andererseits ist die Zecken-Häufigkeit auch von dem wichtigsten Wirtstier für den Zeckennachwuchs, der Maus, abhängig. Milde Winter begünstigen die Vermehrung der Nagetiere und damit auch der Zecken.

Gegen die FSME schützt zuverlässig nur die laut Gesundheitsamt sehr gut verträgliche Impfung: Dabei werden abgeschwächte Krankheitserreger in den Muskel gespritzt, die dann eine Antikörperbildung gegen FSME-Viren bewirken. Sicherer Schutz vor Erkrankung ist erst nach drei Impfungen zu erwarten. Die zweite Impfung folgt zwei bis zwölf Wochen nach der ersten. Die dritte Impfung gibt es neun bis zwölf Monate später. Soll der Impfschutz aufrechterhalten werden, muss alle drei bis fünf Jahre eine Auffrischung erfolgen.

Nur etwa die Hälfte der Erwachsenen hat bei uns einen vollständigen FSME-Grundschutz, der durch drei Impfungen erworben wird. Mit einem deutlichen Rückgang der Erkrankungszahlen kann erst bei höheren Impfraten gerechnet werden. Kinder, die ein geringeres Erkrankungsrisiko haben, sind dagegen schon deutlich besser geschützt.

Wesentlich häufiger als die FSME ist die Borreliose, für die in Bayern erst seit 2013 eine Meldepflicht existiert. Das Gesundheitsamt Amberg hat 2013 von niedergelassenen Ärzten 82 Meldungen erhalten, 2014 waren es 37. Der erste Fall 2015 wurde bereits Ende Januar registriert.

Gegen die bakterielle Erkrankung Borreliose steht keine Impfung, sondern eine wirkungsvolle antibiotische Therapie insbesondere in der Frühphase der Erkrankung zur Verfügung. Am besten ist es jedoch, nach einem Zeckenstich die Tiere so schnell wie möglich vom Körper zu entfernen, da mit der Dauer des Saugaktes das Infektionsrisiko steigt. Als kleines Hilfsmittel kann eine sogenannte Zeckenkarte verwendet werden. Diese kleine Karte kann man ohne Probleme in der Tasche aufbewahren. In die Zeckenkarte integriert ist eine kleine Lupe, so dass die Zecke gut sichtbar wird. Ein kleiner Schlitz dient dazu, die Zecke wie mit einer Pinzette zu entfernen.

Die Zeckenkarten können kostenlos im Gesundheitsamt Amberg, Hockermühlstraße 53, abgeholt werden, solange der Vorrat reicht.
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