Reinhold Strobl zur Absage des Kultusministeriums für Realschule in Hirschau
Aufschrei nicht stark genug

Reinhold Strobl meint, eine Auslagerung von Klassen sei aus pädagogischen Gründen nicht zielführend: Was war das dann in Amberg, wo seit Jahren Klassen ausgelagert waren?
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
09.06.2015
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Der Schnaittenbacher SPD-Landtagsabgeordnete Reinhold Strobl war einer der Initiatoren des Vorschlags einer Realschule für Hirschau. Umso schmerzlicher empfindet er jetzt die "klare Abfuhr", die das Kultusministerium solchen Plänen erteilt hat, nachdem es vom Landratsamt um eine Stellungnahme dazu gebeten worden war.

Strobl ist allerdings der Meinung, dass die Entscheidung aus München nicht anders zu erwarten gewesen sei: "Um eine Realschule in Hirschau durchzusetzen, hätte es eines noch größeren Aufschreis bedurft."

Aus Sicht des Abgeordneten bleiben jedoch einige Fragen offen: "Warum ist das, was in Murnau und anderen Städten möglich ist, in Hirschau nicht möglich? Dort gibt es Realschulen mit weniger Kindern ... Wenn das Landratsamt für einen Übertritt 28 Kinder aus Hirschau meldete, so stellt sich die Frage, ob hier die Schnaittenbacher Kinder mit einbezogen waren. Warum muss eine Realschule dreizügig sein? Auch an anderen Realschulen reicht eine Zweizügigkeit."

Was bleibt, ist für Strobl die Tatsache, dass Schulräume in Hirschau leerstehen, die nun für viel Geld von der Kommune umgebaut werden müssen. Andere Schulräume - auch in Schnaittenbach - kämen auf Dauer noch dazu. Zudem müssten die Kinder aus dem östlichen Landkreis nun auf Dauer jeden Tag stundenlang an entfernte Schulen fahren. "Auch die Mittelschüler werden noch mehr fahren müssen. Eigentlich müssen auf Dauer alle Kinder ab der 5. Klasse aus dem Raum Hirschau und Schnaittenbach nach auswärts an Schulen fahren. Diese Zeit könnte sinnvoller genutzt und die Fahrkosten auch sinnvoller (zum Beispiel für Lehrer) eingesetzt werden."

Laut Strobl wurde der Bedeutung der beiden Städte nicht Rechnung getragen. "Für die wirtschaftliche Entwicklung wäre es wichtig, dass die Kinder in der Region bleiben können und eine weiterführende Schule am Ort gewesen wäre. Mit dieser Entscheidung werden die beiden Städte geschwächt." Das Kultusministerium habe sich wieder einmal als nicht flexibel gezeigt. Minister Spaenle komme aus seinen eingefahrenen Strukturen nicht heraus. Bildungspolitik müsse auch auf neue Entwicklungen eingehen. Das sei hier nicht geschehen.
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