Rezepte gegen das Herzkasperl

Die Birgländer und ein ganzer Bus voller Volksmusik-Fans werden den Auftritt am Donnerstag im Herzkasperl-Zelt auf der alten Wiesn sicher nicht vergessen. Urtümliche Bierzelt-Kultur, beste musikalische Unterhaltung, bodenständige Tänze, g"schmackiges Essen und süffiges Festbier - da passte einfach alles! Bild: Royer
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
25.09.2015
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Herzkasperl heißt nur das Zelt. Die Menschen darin wollen es vermeiden. Obwohl dies vielen sehr schwer fällt bei bester musikalischer Unterhaltung auf der "Oidn Wiesn". Die Birgländer Musikanten gingen quasi als Ärzte durch, die Zwiefache und Landler per Rezept auf der Bühne verordneten. Und dann kamen noch gute Bekannte aus der Oberpfalz dazu.

Freunde des Oktoberfestes gibt es zuhauf. Dass es seit einigen Jahren einen griffigen Ableger gibt, ist noch nicht ganz so präsent. Und dennoch bietet die "Oide Wiesn" - alte Wiesn ein Areal für den gewissen Unterschied. Aushängeschild ist dabei die Musik. In nostalgischen Zelten wird der bodenständigen Blasmusik ein regelrechter Tummelplatz geboten. Blech und Holz sind Trumpf. Und so kam es einem Ritterschlag gleich, als Matthias Fiedler, Kopf der weithin bekannten Gruppe, der Ruf ins "Herzkasperl-Zelt" ereilte.

Die Spezialisten des "Oberpfälzer Tangos" wie der Zwiefache in Expertenkreisen oft genannt wird, verstanden es, das Publikum von der ersten Minute an vollauf zu begeistern. Fast magisch angezogen fühlten sich viele Tänzerinnen von den eingehenden Klängen, was sich in intensiver Werbung bei den mitgereisten Trachtlern niederschlug. Doch das war nur die eine Seite der Medaille.

Schlummernde Talente

Man könnte das Herzkasperl-Zelt eigentlich als Bühne für noch etwas schlummernde Talente verstehen, aber im Falle der Birgländer wäre diese Bezeichnung etwas zu weit gefasst. Sie standen mit je zwei Trompeten, Hörnern und Klarinetten, Quetschn und Bass für ihre eigene kulturelle Philosophie. Ihre Botschaft waren die Klänge der Heimat. Und die kamen bestens an, was sich in einer durchwegs gut gefüllten Tanzfläche vor der Bühne widerspiegelte. Dafür standen auch die mitgereisten Trachtler, die ihre Darbietungen quasi als Visitenkarte auf einer Weltbühne abgaben. Auch die Spiellaune passte bestens dazu: Landler, Bairische Polkas, Schottische und Dreher prägten das Herzkasperl-Zelt für mehrere Stunden.

Und der Meier-Wastl

Wie die Veranstalter am Donnerstag in der Landeshauptstadt mitteilten spielt der Name zum einem auf den Wiesn-Wahnsinn an, vor allem aber sei er eine Hommage an den großen Münchener Schauspieler Jörg Hube, der 2009 verstorben ist. Der Herzkasperl war seine Paraderolle. Aufmüpfig, frech und grad raus. Genauso wie die nächsten Musikanten, darunter der Meier-Wastl aus Stockau, der nach den Birgländern mit "G-Rag und die Landlergschwister" die Herzkasperl-Bühne enterte.
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