Riesen-Puffer für den Schmutz

Mit mächtigen Kalkstein-Quadern ist das Regenrückhaltebecken verkleidet. In einigen Wochen geht es in Betrieb. Bild: Gebhardt
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
15.04.2015
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Mächtige braune Fluten wälzen sich heran im Kanal, tragen Schmutz und Schlamm mit sich. Doch das Bollwerk aus Beton steht sicher: Dank des neuen Regenüberlaufbeckens wird der Erlbach bei plötzlichem Starkregen künftig entlastet. Pumpen bringen das Wasser direkt vom Becken in den Hauptsammler.

Es ist das letzte Projekt seiner Art im Plan der Stadt, und es war am schwierigsten zu realisieren: Das Regenüberlaufbecken II "Kreuzerwirt" steht kurz vor seiner Fertigstellung. Die Freien Wähler Umland wollten genau wissen, was alles darin vor sich geht, und Dipl.-Ing. (FH) Joachim König vom beauftragten Ingenieurbüro HPC erklärte es ihnen.

Beengte Verhältnisse

Dass die Stadt solche Anlagen bauen muss, hat mit den Auflagen zur Abwasserbeseitigung und der wasserrechtlichen Erlaubnis zu tun. Der beengte Standort zwischen Rosenbach und Parkplatz neben der Kreuzung Nürnberger Straße/Kreuzerweg war bedingt durch den Kanal, der von der Nürnberger Straße hereinkommt, erklärte König. Doch die Baufirmen meisterten die Herausforderung.

Der Hauptsammler, also der große Kanalstrang Richtung Kläranlage, verläuft hier neben dem Rosenbach. Bei starkem Regen bringe der erste "Spülstoß" aus Richtung Westen viel Schmutz mit aus dem Kanal. Diese erste Ladung wird im neuen Becken aufgefangen, die Feststoffe setzen sich ab, das nachfolgende, relativ saubere Wasser läuft als "entlastetes Mischwasser" in den Rosenbach.

Sauberer Boden

Pumpen im Regenüberlaufbecken befördern das schmutzige Wasser in den Kanal. Den Dreck am Boden schwemmt das Becken übrigens automatisch aus: Eine riesige Spülkippe läuft voll und befördert den Bodensatz Richtung Pumpenschacht. Siebschnecken sorgen für zusätzliche Sauberkeit.

Das Wasser aus dem Graben neben der Nürnberger Straße, das wegen seines großen Einzugsbereichs bei starkem Regen oder Schneeschmelze immer wieder für Überschwemmungen sorgte, läuft wie gehabt direkt in den Rosenbach, in einem extra Betonbett vorbei am Becken.

1,2 Millionen Investition

Joachim König erläuterte den Gästen von der FWU auch die technischen Daten des riesigen Bauwerks: 310 Kubikmeter umfasst das Volumen. Die Kosten betragen inklusive Maschinen- und Pumpentechnik, Leitungsumlegung und sonstiger technischer Ausrüstung 1,227 Millionen Euro.

Die Faszination der Technik erwies sich bei den FWU-Politikern als so groß, dass sie es wagten, per Leiter in die (natürlich noch leere) Unterwelt hinabzusteigen. Dort bestaunten sie die mächtigen Bauwerke und die ausgefeilte Technik. In wenigen Wochen wird das Becken an den Kanalstrang angeschlossen und in Betrieb gehen.
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