Rückblick bei der Herbstversammlung der Verdi-Postsenioren mit Franz Zellner
"Heftigster" Arbeitskampf

Die Verdi-Postsenioren hatten sich zum Abschluss des Jahres den Landesbereichsleiter Franz Zellner eingeladen. Seniorenvorsitzende Emilie Stief dankte dem Referenten mit einem flüssigen Präsent. Bild: awb
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
24.10.2015
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Bei der Herbstversammlung der Verdi-Postsenioren waren die Einführung des Mindestlohnes, die Erfolge bei den Tarifverhandlungen mit den Versorgungsleistungen, die erfolgreiche Mitgliederberatung in Steuerfragen, sowie der Hinweis auf die Gefahren bei der Einführung des transatlantischen Freihandelsabkommen (TTIP) die beherrschenden Themen.

Lob für Teilnehmer

Der stellvertretende Landesbereichsleiter von Verdi, Franz Zellner, war als Referent aus Regensburg angereist und wurde im Gasthaus Alte Kaserne in Amberg von Vorsitzender Emilie Stief begrüßt.

In ihrem Rückblick ließ Stief die Bezirks- und Landesvorstandssitzungen Revue passieren. Sie lobte die Postsenioren für die Teilnahme an den bundesweiten Kundgebungen in Frankfurt am Main und Berlin. Zellner stellte die Zukunftsaufgaben von Verdi in den Mittelpunkt. Er dankte besonders Rudi Pirzer und Otto Windisch für die erfolgreiche Mitgliederberatung in Lohnsteuerfragen und verwies auf die langjährige soziale Kompetenz der ehemaligen Personalräte Manfred Janowitsch und Andreas Weber, wobei letzterer schon über 56 Jahre durchgehend im gewerkschaftlichen Vorstandstätigkeit im Einsatz ist.

"Wir haben mit der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns dafür gesorgt, dass die Menschen in diesem Land von ihrer Hände Arbeit ein würdevolles Leben führen und später von ihrer Rente leben können. Eine Würde, die es immer wieder neu zu schützen und zu verteidigen gilt. Dazu haben wir 12 Jahre gebraucht, um die Politik davon zu überzeugen. Ohne Gewerkschaften würden wir noch 48 Stunden arbeiten, hätten noch 15 Tage Mindesturlaub, kein Urlaubs- und Weihnachtsgeld und die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall wäre ein Fremdwort", so Franz Zellner.

"3,7 Mio Beschäftigte profitieren davon, sie wurden bisher mit Dumpinglöhnen unter 8,50 Euro abgespeist." Es gebe viele gute Unternehmer, aber auch schwarze Schafe, die versuchen, den Mindestlohn zu umgehen. "Wir stehen am Anfang der Verteidigung einer gerechteren Arbeitswelt, denn der Begriff Arbeit wird immer mehr entwertet. Viele Jugendliche kennen ein normales Arbeitsverhältnis nicht mehr. Sie kämpfen mit Begriffen wie unfreiwillige Teilzeitarbeit, unbezahlte Praktika, Leiharbeit, Zeitarbeit, Befristungen, Minijobs und Werkverträge."

Sicherheit für Beschäftigte

"Im Postbereich hatten wir den längsten, schwierigsten und heftigsten Arbeitskampf seit Bestehen der Post. Er war richtig und notwendig und brachte Schutz und Sicherheit für 180 000 Beschäftigte, den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen bis Ende 2019, keine Fremdvergabe in der Briefzustellung bis 2018, sowie die Übernahme von 8500 befristeten Kräften", so Franz Zellner.

Mit dem Hinweis auf 3,3 Millionen Unterschriften für eine europäische Volksabstimmung befasste er sich abschließend mit den Verhandlungen und den gewerkschaftlichen Einwänden zum Freihandelsabkommen.
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