Sammler mit Benzin im Blut

Der Renault Alpine A 110 1600 S G4 ist das Lieblingsstück von Sammler und Museumschef Horst Linn (Zweiter von rechts). Bild: hfz
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
13.04.2015
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Der Geruch von Benzin liegt in der Luft. Um die 50 Oldtimer sind auf rund 600 Quadratmetern in der Museums-Halle in Eschenfelden aufgereiht - jeder, teils aufwendig, restauriert und umgebaut, mit Vorbesitzern von Rang und Namen und einer ganz eigenen Geschichte.

Horst Linn, der Eigentümer dieser Schätze, kann jede einzelne erzählen. In diesen Genuss kamen nun Landrat Richard Reisinger und Vertreter des Landratsamtes bei einer persönlichen Führung durch das Oldtimermuseum.

Ein Traum wurde wahr

Der ehemalige Unternehmer und Rallyefahrer Horst Linn besitzt eine der wohl größten Sammlungen historischer Rallye-, Touren- und Sportwagen aus Frankreich. Fahrzeuge von Renault, Fournier-Marcadier, Simca, Peugeot, Stanguellini, Ferrari, Salmson oder Abarth stehen in dem im Februar eröffneten Speedtreibhaus, dazu noch ein paar Formel-Rennwagen. Das älteste Auto ist ein Salmson AD9 mit 9-Zylinder-Flugzeugsternmotor aus dem Jahr 1926, das jüngste ein Renault R5 Turbo, Baujahr 1980.

Für Horst Linn ist mit dem Oldtimermuseum ein Traum in Erfüllung gegangen. Seit vielen Jahren sammelt der 70-Jährige alte Fahrzeuge und hat diese seit kurzem im Speedtreibhaus vereint. Mit einigen von ihnen nimmt der ehemalige Rallyefahrer noch heute äußerst erfolgreich an Rennen teil. Schon seit seiner Jugend hat der Unternehmer Benzin im Blut: Pokale im Coffeeshop seines Museums lassen erahnen, wie erfolgreich er als Rennfahrer war und ist. Hier läuft auch ein Fernseher mit Ausschnitten von Rennen mit Horst Linn oder Interviews mit dem Rallye-Weltmeister Walter Röhrl, einem Fahrer-Kollegen aus vergangenen Tagen und engen Freund bis heute.

Seit der Eröffnung vor wenigen Wochen kamen bereits mehrere Hundert Besucher nach Eschenfelden. Die weiteste Anreise hatte eine Gruppe aus Nordrhein-Westfalen, erzählt Linn stolz. Das Speedtreibhaus ist aber weit mehr als nur ein Museum. Es kann als Veranstaltungsort, etwa für Firmenschulungen oder Familienfeiern gemietet werden. Zudem sollen hier regelmäßig auch Aktivitäten wie Public Viewing großer Rennsport-Events laufen.

Erweiterung schon geplant

Horst Linns Sammelleidenschaft ist übrigens noch längst nicht beendet. Ein paar Autos möchte er sich noch zulegen und die Attraktivität des Oldtimermuseums damit noch weiter steigern. Dadurch erhofft sich der Unternehmer auch einen Impuls für die Gastronomie und den Tourismus in der Umgebung - vor allem nach der Insolvenz des benachbarten Golfplatzes in Königstein. Eine neue Halle wird deshalb gebaut, direkt neben der bestehenden. Auch dort wird vermutlich binnen kürzester Zeit der Geruch von Benzin in der Luft liegen.
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