San2 & his Soul Patrol recyceln den Blues in perfektionistischer Weise - Imponierendes im ...
James Browns Fliege als Weggefährtin

Die Band "San2 & his Soul Patrol" spielte im Seidel-Saal klassischen Rhythm & Blues und erdigen Soul - mit einer Selbstverständlichkeit, dass das Zuhören wahre Freude bereitete. Bild: aja
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
05.05.2015
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"Ihr seid ja doch zahlreich erschienen, damit hätten wir echt nicht gerechnet", witzelte Daniel Gall alias San2, der seit 2005 mit seiner eigenen Band "San2 & his Soul Patrol" auftritt. Er hat sich zwei Dinge zur Aufgabe gemacht: die Wiedergeburt des Souls und das Recyceln des Blues. Gemischt mit eigenen Kompositionen entsteht daraus ein großartiges afro-amerikanisches Musikprogramm, das dem Publikum im Seidel-Saal imponierte.

Wunsch mit 17

Schon als kleiner Junge interessierte sich San2 für die Jazz- und Gospel-Schallplattensammlungen seiner Eltern. Ein einschneidendes Erlebnis im Alter von 17 Jahren ließ in ihm den Wunsch aufkeimen, als Musiker und Unterhaltungskünstler Menschen in seinen Bann zu ziehen.

Damals besuchte er das Blues to Bop Festival in Lugano und lernte Carey Bell kennen. Am nächsten Tag zog er los, um sich eine Bluesharp (Mundharmonika) zu kaufen und brachte sich das Instrument autodidaktisch selbst bei.

Kurze Zeit darauf stand er, wie es der Zufall so wollte, mit Wilson Pickett auf der Bühne und bei einem Konzert von James Brown hat er dessen Fliege ergattert. Diese sei inzwischen eine treue Weggefährtin.

Stampfend und tanzend

"Wir werden zusammen viel Spaß haben", versprach der Künstler vorab. Und er sollte recht behalten, denn seine vielseitigen Talente sorgten für einen unvergesslichen Abend. Er ließ nicht nur grandios seine Soul-Stimme erklingen, sondern stampfte, hüpfte und tanzte auf der Bühne. Dazwischen griff er zum Tamburin oder musizierte mit seiner Bluesharp.

Bunte Mischung

Das Repertoire der Band reichte von Roy Charles über Billy Preston bis hinzu Jerry Reed. Mit seinen gut eingespielten Kollegen Peter Oscar Kraus (Schlagzeug), Dominik Palmer (Bass) und Sebastian Schwarzenberger (Gitarre), gestaltete San2 eine bunte Mischung aus Soul, Blues, Funk und Rhythm & Blues. Mit Romantik überraschten San2 und sein langjähriger Begleiter Gitarrist Sebastian Schwarzenberger bei dem Lied "Can't buy my love". Diese Nummer setzte einen Kontrast zum vorherigen eher explosiven Programm.

Als packende Zugabe setzten sie mit dem Titel "Halleluja, I love her so", einen fulminanten Höhepunkt. "Sulzbach-Rosenberg, ihr wart wirklich sehr sexy - vielen Dank!" - Das waren die Schlussworte eines Künstlers, der noch Großes vor hat.
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