Santana lässt Dirigenten tanzen

Geleitet von Johannes Mühldorfer, präsentierte die bestens disponierte Bergknappenkapelle einen bunten Reigen schöner Musik. Bild: cog
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
06.07.2015
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Buchstäblich mit großem Tamtam - einem dramatischen Schlag auf den Gong - begann das Jahreskonzert der Bergknappenkapelle in der Aula der Krötenseeschule. Dem spektakulären Beginn folgte ein bunter Strauß schöner Melodien.

Das Programm reichte von unbeschwerten Operetten über muntere Märsche bis hin zu wirbelnden Walzermelodien. Dirigent Johannes Mühldorfer führte die 32 Bläser und vier Perkussionisten mit starken, expressiven Gesten und viel Schwung. Seine Lebhaftigkeit teilte sich dem bestens aufgelegten Orchester mit, so dass es inspiriert und mit ansteckender Freude spielte. Die Querflötistin Alexandra Ottmann, Vorsitzende des Fördervereins der Bergknappenkapelle, führte sachkundig und humorvoll durch das Programm.

Intensives Erlebnis

Der satte Bläserklang ließ nicht nur Leonard Cohens "Hallelujah" zu einem intensiven Erlebnis werden, sondern auch "Highland Cathedral", das mit archaischen Harmonien und sich steigernder Spannung kraftvolles Selbstbewusstsein ausstrahlte.

Besonders schön war der schmissige Marsch "Unter dem Sternenbanner" von John Philip Sousa. Hier zuckten im Publikum die Füße, als wollten alle mitmarschieren. Über dem ganzen großen Orchester flirrte übermütig die Piccoloflöte. Sie schien sagen zu wollen: "Ich bin die Allerkleinste, aber ich bin stärker als ihr alle zusammen."

Mit einem Medley ihrer schönsten Melodien gedachten die Bergknappen des kürzlich verstorbenen James Last, der in seiner fetzigen Gute-Laune-Musik weiterlebt. Mitreißend war "Santana" mit Stücken des großen Mexikaners, arrangiert von Giancarlo Gazzani. Der sinnliche Latin Rock ging nicht nur den Zuhörern direkt in die Beine, auch Mühldorfer tanzte vor den Bläsern und spornte sie so zu Höchstleistungen an.

Der Tutti-Klang der Bergknappenkapelle war ein Genuss, aber zur Geltung kam er insbesondere durch die vielen exquisiten Soli. Ob Saxofon, Klarinetten, Hörner, Posaunen, Trompeten oder Flöten, alle Instrumente waren gut besetzt und ermöglichten sehr schöne, differenzierte Klangwirkungen.

Die Bergknappenkapelle bewahrt die bergmännische Tradition der Stadt. Deshalb überreichte 3. Bürgermeister Hans-Jürgen Reitzenstein im Namen von Michael Göth dem Dirigenten eine Spende.

Besucher singnen mit

Traditionsgemäß intonierte das Orchester am Ende den "Glück-auf-Marsch". Die Besucher sangen kräftig mit und erhoben sich bei der dritten Strophe zum ehrenden Andenken an Bergleute. Mit stürmischem Applaus feierten sie die Kapelle und forderten mit lautem Bravo eine Zugabe. Als die Musiker einen mitreißenden Marsch anstimmten, klatschen alle Zuhörer mit. Aber erst als die Kapelle noch "Der Mond ist aufgegangen" gespielt hatte, ließen die Freunde guter Blasmusik die Bergknappen gehen. Die Begeisterung zeigte sich nicht nur im Beifall, sondern auch am Ausgang. Dort füllten sich die Bergmannskappen, mit denen die Musiker um Spenden baten.
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