Schichtweise gegen Schnee

Im Bauhof-Gelände tanken die Einsatzfahrzeuge die Sole auf.
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
04.01.2015
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Es ist vier Uhr morgens. Der Lastwagen-Motor brummt, die Lichter gehen an, dann startet die Frühschicht ihre Arbeit: Sieben Fahrer schwärmen aus, die wichtigsten Straßen im Stadtgebiet vom Schnee zu befreien. Winterdienst heißt harter Einsatz für den städtischen Bauhof. Aber die Männer sind gerüstet.

Am 2. Weihnachtsfeiertag hatte das Warten in dieser Saison ein Ende: Der erste Schnee kam gleich massiv. "Wir sind dann teilweise drei Mal am Tag gefahren", erklärt Bauhof-Chef Erwin Thurner den Schichtdienst. Normalerweise wird von 4 bis 12.30 Uhr und von 12.30 bis 19, maximal 22 Uhr in zwei Schichten gearbeitet.

Schild und Tank

Sieben Fahrzeuge stehen bereit und sind jeden Tag im Einsatz: zwei Schmalspur-Lkw, ein Unimog, ein Schlepper und drei Lkw. Sie alle tragen neben dem Räumschild auch Tanks für Salz und Sole. Bisher kamen die Einsatzfahrer allerdings meist nur dazu, die "Stufe I" zu bedienen, also die verkehrswichtigen Straßen und Verbindungen, den Krankenhaus-Berg sogar mehrmals täglich. Zeit für die Wohngebiete blieb da am Anfang nicht, doch das änderte sich, als der Schneefall dann ausblieb. Von Samstag auf Sonntag schickte Frau Holle nun die nächste Welle Schnee herab, und die Wochenend-Schicht kam ins Spiel.

Thurner weist auf eine Besonderheit hin: "Bis wir dazu kommen, in Wohnstraßen zu räumen, hat sich normalerweise schon eine drei, vier Zentimeter dicke festgefahrene Schicht gebildet. Nach dem Räumen bleibt diese als glatte Fläche erhalten." Da sei es fast besser, eine trockene Schneeauflage liegen zu lassen. Außer es taut. Dann schiebt das Räumschild den Matsch komplett beiseite.

Großes Arbeitsgebiet

Aber nicht nur in der Stadt, auch in den Außenbezirken ist der Bauhof zuständig: Grund, Prohof, Stifterslohe, See, Stephansricht, Unter-/Obermainshof, Kauerhof, Kempfenhof, Niederricht, Kummerthal, Klein- und Großenfalz, Großalbershof, Forsthof, Rummersricht und wie sie alle heißen, diese Stadtteile müssen ebenfalls bedient werden.

Doch die Männer in den Führerhäusern sind nicht allein im Einsatz: Die genauso wichtigen Handstreudienste übernimmt die Stadtgärtnerei, sie betreut die Innenstadt, viele Treppenanlagen, schmale Gassen und ähnliches, unterstützt von sechs Mann der Umwelt- und Service-Gesellschaft (USG). Bushaltestellen stehen ebenso auf ihrem Plan wie Fußgängerüberwege.

Sparsam mit Salz

Zum Tanken fahren die orangefarbenen Räumer zwei Stellen an: In der alten Deponie am Katzenberg stehen die Feststofftanks mit Salz, im Bauhof-Areal wartet der Sole-Tank. "Bei normalem Schneefall streuen wir nur die geringste Menge Salz", erklärt Erwin Thurner, dann genüge das. Die Autofahrer passten auch ihre Fahrweise meist problemlos an. Nur bei Eis hat man kaum eine Chance, "dann müssen wir auch massiv gegensteuern!"

Die Bevölkerung kann sich also auf die Bauhoftruppe verlassen. Ob Stadt, Umland oder Gemeindeverbindungsstraßen, der Schichtdienst hat alles im Griff. Und wenn er mal nicht gleich anrückt, immer dran denken: Stufe 1 geht eben vor!
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