Schnüffler in der MH-Ruine

Willi, ein fünfjähriger Golden Retriever, hat keine Probleme, auf schmalen Brettern zu balancieren. Er folgt seiner Hundeführerin Michaela Springs auf Wort.
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
09.07.2015
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Der THW-Ortsverband Sulzbach-Rosenberg hat als einziger in Bayern eine eigene Rettungshundestaffel, der sieben Tiere und zwei Personenspürhunde, sogenannte Mantrailer angehören. Regelmäßig müssen die Teams ihre Einsatzbereitschaft überprüfen lassen, auch an ungewöhnlichen Orten.

Prüfungsleiter Walter Schuster, der Beauftragte für Rettungshunde im THW-Landesverband Bayern und sein Team testeten am Wochenende im unwegsamen Gelände der Maxhütte 13 Rettungshunde und ihre Führer auf deren Leistungsstand. Wohl kein Gelände eignet sich dafür besser, als die Maxhütten-Ruine, die durchaus einem Szenario gleicht, das nach Naturkatastrophen oder Explosionen vorzufinden ist. Schuster erwähnte, dass den Verantwortlichen der Maxhütte großer Dank auszusprechen sei, weil sie dem THW unkompliziert das Übungsareal zur Verfügung gestellt haben.

Spürnasen gefragt

Nur das Schiedsrichter-Team wusste, wo Verletzte im Geröll verschüttet waren. Die Statisten durften keinen Ton von sich geben oder auf sich aufmerksam machen. Nur grob wurde den Hundeführern vorgegeben, wo eventuell Opfer vermutet werden, dann waren die empfindlichen Spürnasen gefragt, einige Golden Retriever, zwei braune Labrador, ein Belgischer Schäferhund, ein Schwarzwälder Schweißhund, Schäferhunde, Border Collie und ein kleinerer Wirbelwind, dem man den Titel eines Rettungshundes kaum zutraut.

Jeder "Prüfling" musste einen kurzen Gesundheitscheck über sich ergehen lassen, denn die Trümmersuche ist mühsam, erfordert vom Rettungshund äußerste Konzentration, damit die gesuchte Person möglichst schnell gefunden wird.

Verbellen als Zeichen

Hat der Hund den Verletzten aufgespürt, zeigt er das durch Verbellen an, der Hundeführer meldet den Prüfern, wo der Verletzte liegt, welche Rettungsmaßnahmen angezeigt sind, ob Notarzt, Rettungsdienst oder gar schweres Bergungsgerät erforderlich sind. Die Schiedsrichter stoppen auch die Zeit, die der Vierbeiner für die erfolgreiche Suche benötigte. Insgesamt 13 Hunde wurden vorgestellt, einige kamen aus den neuen Bundesländern und aus Nordrhein-Westfalen, die meisten aber aus Bayern. Neben der Trümmersuche wurden die Hunde auch darauf getestet, wie sie Vermisste bei Dunkelheit im Wald aufspüren.

Helfer nötig

"Die Ausbildung eines Rettungshundes nimmt gut zwei Jahre in Anspruch, erst dann kann das Tier auch zur Personensuche eingesetzt werden", erklärte Markus Meiller, Ortsbeauftragter des THW Sulzbach. So nebenbei ließ Meiller durchblicken, dass das THW durchaus neue Helfer brauchen könne, sowohl zwei- aber auch vierbeinige.
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