Schule und Christdorn wachsen

Schulleiter Hans-Jürgen Bruhn freute sich über den großartigen Besuch beim 50. Geburtstag der Krankenpflegeschule in der zum Party-Raum umfunktionierten BRK-Fahrzeughalle. Bild: hka
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
19.11.2015
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Ein rot blühender Christdorn steht auf der Bühne. Er ist Symbol für eine Entwicklungs- und Erfolgsgeschichte. Vor 50 Jahren als zierliche Pflanze auf einen Büroschreibtisch gestellt, hat er gute und stürmische Zeiten erlebt, ist gewachsen und heute zu einem kleinen Baum geworden. Und der blüht immer noch in der Schule, die jetzt ihren 50. Geburtstag feiert.

Zwei Dinge sind ungewöhnlich beim 50. Gründungsjubiläum der Krankenpflegeschule des St.-Anna-Krankenhauses: Einmal, dass es - vorübergehend - kein Schulhaus gibt, sondern einen Schulcontainer. Und zum anderen, dass in der Fahrzeughalle des BRK gefeiert wird. An diesem Abend allerdings ist sie dank Dekoration und Beleuchtung ein stimmungsvoller Partyraum, der richtige Hintergrund für eine Geburtstagsfeier, in der vor allem junge Leute im Mittelpunkt stehen. Es waren die rund sechzig Schülerinnen und Schüler, die mit ihren Lehrkräften und Gästen den Geburtstag feierten, mit Musik und Tanz, mit Filmen und mit vielen Glück- und Segenswünschen der Gäste. Und diese waren in großer Zahl gekommen.

Selber voll versorgt

Klaus Emmerich, Vorstand des Kommunalunternehmens, freute sich über die Wertschätzung der Vertreter aus Lokalpolitik und Regierung, von Führungskräften seiner Klinik, aus benachbarten Häusern und dem Wallmenich-Haus.

In einem kurzen Film zeigt er den zweitägigen Aufbau des Schulcontainers, der eine Interimslösung für einige Jahre darstellt. Er bezeichnet es als einen Skandal, "dass wir 400 000 Euro dafür haben selber schultern müssen, weil eine Interimslösung im Gesundheitswesen nicht vorgesehen ist". Dass die Krankenhäuser Sulzbach-Rosenberg und Auerbach voll mit selber ausgebildeten Pflegekräften versorgt seien, erfüllte Emmerich mit Stolz. Und er sagte voraus: "Diese Schule ist sicher, noch in zwanzig Jahren und mehr wird es sie geben".

Hans-Jürgen Bruhn ist erst seit zehn Jahren Schulleiter, aber über die vorhergehenden vierzig Jahre hatte er vieles an Informationen und Anekdoten in einem überaus kurzweiligen Vortrag zusammengetragen. Am Beispiel des Christdorns, der vor rund fünfzig Jahren von seiner Vorgängerin Christa Richter sein Schulleben begann, zeigte er die Entwicklung der Schule auf, ihre Standorte und Umzüge, auch die unsicheren Jahre, als es Übernahmepläne gab. "Dank eines Controllers, der rechnete und brütete", habe es eine neue Finanzierungsgrundlage gegeben. Dem heutigen Vorstand Emmerich sei es zu verdanken, so Bruhn, dass die Schule nicht geschlossen wurde. Und der Christdorn? Am Rand der Bühne ist er zu einem Bäumchen geworden, einem Symbol für die fruchtbare Entwicklung der Krankenpflegeschule.

Einstellung bleibt gleich

Stellvertretender Landrat Franz Birkl unterstrich die Bedeutung dieser Einrichtung für den Landkreis. Dr. Christine Endres-Akbari hatte in der Registratur der Regierung gestöbert und brachte Original-Akten vom Juni 1963 mit, als noch unter Bürgermeister Paulus die Stadt den Antrag auf Errichtung einer Krankenpflegeschule gestellt hatte.

Ungläubiges Staunen löste Oberin Brigitte Wedemeyer von der Schwesternschaft Wallmenich-Haus aus, als sie die Ausbildung früherer Jahrzehnte schilderte mit nur einem freien Tag in zwei Wochen und einer Arbeitszeit von zehn Stunden mit anschließendem Unterricht. Nicht geändert aber habe sich, so die Oberin, die ethische Einstellung in diesem Beruf und die Förderung der persönlichen Entwicklung. Feine Häppchen und eine Führung rundeten den Abend ab.
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