Schwangerschaftsberatung und Hospiz als Thema
Mutige Begleiter in Leben und Tod

Lokales
Sulzbach-Rosenberg
05.06.2015
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Die großen Eckpunkte "Leben und Sterben" waren Themen in den 10. Klassen am HCA-Gymnasium. Im katholischen Religionsunterricht erlebten Schüler der 10. Klassen einen Unterricht "direkt aus der Praxis". Marianne Schüsselbauer und Pia Renz vom Hospizverein und Cornelia Rubenbauer-Pickl von Donum Vitae waren auf Einladung von Studienrätin Marianne Moosburger in die Klasse gekommen, um über ihre Arbeit zu referieren und sich Fragen zu stellen.

Viele Hilfe-Anfragen

Cornelia Rubenbauer-Pickl stellte überzeugend dar, dass sie stets "für das ungeborene Leben" berate. Interessiert hörten die Schüler auch, dass die meisten Kontakte mit hilfesuchenden Schwangeren sich primär nicht um einen Abbruch der Schwangerschaft drehen würden. Zu über 85 Prozent werde um Hilfeleistungen nachgefragt, je nach Bedürftigkeit auch gerne gewährt. Die Entscheidung der Organisation, auch den sogenannten "Schein", welcher vor einem Abbruch erforderlich ist, auszustellen, erklärte sie. Man wolle eben auch die Frauen erreichen, die sich in einer schwierigen Lage befänden und sich mit dem Gedanken einer Abtreibung trügen. So hoffe man, ihnen zu einer überlegten und richtigen Entscheidung verhelfen zu können, mit der sie leben können, am liebsten natürlich mit Kind.

Anhand von Fällen aus der Praxis zeigte sie manche Problematik auf, Freude über bewahrtes Leben, auch Schwieriges und sogar unverständliche Entscheidungen. Eindringlich ermahnte sie die Gymnasiasten, verantwortungsvoll mit ihrer Sexualität umzugehen und sich grundsätzlich "für das Leben" zu entscheiden.

Marianne Schüsselbauer und Pia Renz stellten in einer Doppelstunde ihre Arbeit im Hospizverein vor. Seit dessen Gründung 1995 habe bereits vieles bei der Betreuung Sterbender erreicht werden können. Niemand solle mehr vor Angst gelähmt in den schwersten Stunden allein gelassen werde, wünschten die beiden. Wie die Hospize im Mittelalter wollen man "Raststellen der Pilger" auf ihrem Lebensweg bieten und sie ehrenamtlich, mutig, kostenfrei und gut ausgebildet begleiten.

Wunsch an erster Stelle

Dabei stehe der Wunsch der Sterbenden immer an erster Stelle, versicherten sie, auch wenn dieser sich noch so oft ändere. Auch sollten die wichtigsten Bedürfnisse der Todkranken immer respektiert werden. Ob diese nun sozialer Natur oder körperlich, seelisch oder spirituell seien. "Wir sind auch immer der Wahrheit verpflichtet", betonten sie und führten die Schüler durch die Trauerphasen vom Schock, der Depression und Aggression, dem Verhandeln und Annehmen. Dezidiert sprachen sie sich gegen eine aktive Sterbehilfe oder den begleiteten Suizid aus, da die Palliativmedizin mittlerweile bestens Schmerzen behandeln könne.

Interessiert hörten die Jugendlichen vom "Abgeholt werden" der Sterbenden durch liebe Verstorbene und einem "erweiterten Bewusstseinszustand" beim Hinübergehen. Eindringlich wurde auch zu einer Patientenverfügung geraten. Die Damen ermutigten auch, sich vom Hospizdienst helfen zu lassen. "Es kommt von den Betreuten immer mehr zurück, als wir geben können" hörten die erstaunten Gymnasiasten.
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