Schwitzen im Schutzanzug

Eine knifflige Angelegenheit war es, eine Auffangfolie unter einen beschädigten Lastwagen, aus dem möglicherweise gefährliche Flüssigkeit ausläuft, unterzuziehen. Bilder: hfz (2)
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
06.06.2015
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Die Schutzhandschuhe sind so starr, dass man kaum Feingefühl in den Fingern hat. Da fällt es nicht leicht, Schrauben und -schlüssel anzusetzen. Aber es klappt.

Zum dritten Mal hat der Feuerwehr-Fachbereich Gefahrgut einen Wiederholungslehrgang für Chemikalien-Schutzanzüge angeboten. Den Kurs im Gerätehaus Vilseck leitete Kreisbrandmeister Alexander Graf, zehn Ausbilder standen ihm zur Seite. Die zehn Teilnehmer, darunter eine Frau, kamen von den Feuerwehren Rosenberg, Ursensollen, Haselmühl, Traßlberg, Ebermannsdorf und Sigl.

Kreisbrandinspektor Peter Deiml unterstrich zunächst die Notwendigkeit dieser Ausbildung. Er sprach an, wie belastend Chemikalien-Einsätze seien. Nicht jedem sei es gegeben, "eingeengt und von der Außenwelt abgeschnitten in einem schweren Schutzanzug zu arbeiten und zu helfen." Am Gerätewagen Gefahrgut der Feuerwehr Amberg bekamen die Lehrgangsteilnehmer eine Unterweisung an Geräten, die im Ernstfall zum Einsatz kommen können. Gefahrstoffumfüllpumpen wurden aufgebaut, Edelstahl-Behältnisse errichtet. Vor der Mittagspause lernten die Aktiven einiges über die Eigenschaften brennbarer Flüssigkeiten.

Stoffe bestimmt

Für den Nachmittag war ein Übungsparcours auf dem Betriebsgelände der Vilsecker Kläranlage aufgebaut worden. An der ersten Station ging es darum, die Schutzkleidung richtig anzulegen. An der nächsten Station mussten die Aktiven Stoffe beziehungsweise Gefahren erkunden. Erschwerend kam hinzu, dass sie eine Steckleiter hochsteigen mussten. Wahrlich nicht einfach war es für die Teilnehmer, die Symbole und UN-Nummern zu lesen, zu erkennen und weiterzugeben, zumal durch den Vollschutz-Anzug die Sicht eingeschränkt ist.

Bei der nächsten Aufgabe mussten die Feuerwehrleute ihre Geschicklichkeit unter Beweis stellen. An einer Übungsleitung mussten sie mit Hilfe von Schrauben und Muttern einen Schieber austauschen. Da in den starren Schutzhandschuhen den Fingern das Feingefühl fehlt, war es nicht einfach, Schrauben und -schlüssel anzusetzen. An der nächsten Station galt es, das Auslaufen und somit das Ausbreiten einer unbekannten Flüssigkeit zu verhindern. Diese ergoss sich aus einem undichten Container auf einem Lastwagen. Die Aktiven mussten außerdem eine säurebeständige Plane unterziehen.

Organisator zufrieden

Zum Abschluss beförderten die Teilnehmer mit einer Handmembranpumpe eine Flüssigkeit, von der sie annahmen, dass sie gefährlich sei, von einem Behälter in einen anderen. Zur Abschlussbesprechung trafen sich alle im Gerätehaus der Feuerwehr Rosenberg. Lehrgangsleiter und Kreisbrandmeister Alexander Graf (Gefahrgut) sowie Kreisbranmeister Rudolf Kummert (Atemschutz) zeigten sich zufrieden mit der gezeigten Leistung. Der Lehrgang sei ohne Probleme abgelaufen, bilanzierte Graf.

Wichtig sei, dass auf Landkreisebene alle den selben Wissens- und Ausbildungsstand hätten, besonders im Bereich Gefahrgut müssten alle Handgriffe nahezu blind sitzen. Mit dieser Ausbildung sei man dem Ziel, im Landkreis flächendeckend Spezialkräfte auszubilden, die im Ernstfall alarmiert werden, einen Schritt näher gekommen. Grafs Dank galt unter anderem der Feuerwehr Amberg, die ihren Gerätewagen Gefahrgut zur Verfügung gestellt hatte. Auch der Fachbereich Atemschutz der Landkreis-Feuerwehr unterstützte die Schulung.

Graf verwies noch auf einen CSA-Grundlehrgang, den der Fachbereich Atemschutz im Herbst anbietet, sowie einen weiteren Wiederholungslehrgang im Oktober in Auerbach.
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