Sebastian Daller am 24. Januar im Capitol
König der Gstanzln

Lokales
Sulzbach-Rosenberg
11.12.2014
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Bei Helmut Schleich kommt er aus dem Schub und kommentiert das aktuelle Weltgeschehen in wenigen aber sehr treffenden Gstanzln. Aber Sebastian Daller kann viel mehr. Am Samstag, 24. Januar, gastiert er mit seiner "Bänd" um 20 Uhr im Capitol. Sein Programm heißt "Das Grillhendl und der Tod". Der Karte kostet im Vorverkauf 15 Euro. Erhältlich sind die Tickets im Buchladen Volkert, im Capitol und bei Steinlinger Balginstrumente in Edelsfeld.

Abgründe der Provinz

Sebastian Daller - bekannt aus der Kabarettsendung Schleich Fernsehen - entführt sein Publikum tiefer hinein in die Abgründe der niederbayerischen Provinz. Uff-da-da-Musik und heile Welt? Davon bleibt am Ende des Abends nicht viel übrig. Mit auf die abenteuerliche Reise nimmt er seine alten Weggefährten Sophie Meier-Rastl an der Geige und Sebastian Meier an der Tuba.

Der pulsierende Bass, Dallers kräftige Harmonika, die teils schrille, teils schmeichelnde Violine machen es dem Publikum schwer, die Füße still zu halten. Die Stücke sind das, was nach einigen durchgeprobten Nächten übriggeblieben ist: Uralte und neue Musik, aus Niederbayern und anderswoher. Dazwischen erklingt immer wieder Dallers rohe Wirtshausstimme. Mit ihrem schneidenden Ton erzählt er vom Besuch auf dem Vietnamesenmarkt, den Machenschaften eines Heilpraktikers und vom etwas fremd wirkenden Brauchtum auf einer niederbayerischen Beerdigung. Am Ende stimmt er gar das Klagelied eines Grillhendls an. Über die Tagespolitik macht er sich in seinen Gstanzln her - ein uraltes niederbayerisches Spotthandwerk, das nur noch wenige beherrschen. Daller bringt es in Einklang mit dem 21. Jahrhundert.

Sein Humor ist knochentrocken und doch gespickt mit Schenkelklopfern. Kommt er auf den ersten Blick oft harmlos daher, explodiert er umso überraschender. Seine Beobachtungsgabe reicht bis ins Detail, Kopfkino par excellence, bei dem sich so mancher wiedererkennt - denn der Daller schaut den Leuten aufs Maul. Wer sich davon erholen möchte, nutzt die musikalischen Inseln, die das Trio mit seinen Instrumenten und praller Lebenslust erschafft.

Nur Schlechtes über jeden

Aufgewachsen ist Daller in Teugn, einem niederbayerischen Dorf. Da man dort über jeden etwas Schlechtes weiß, fiel es ihm schwer, kein Skeptiker zu werden. Er hinterfragt alles, was teils zu schrägen Schlussfolgerungen und Querverbindungen führt.
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