Segen für Flüchtlinge

Konzentration im Depot: Die Liste mit den nötigen Kleidungsstücken wird abgearbeitet, dann geht es in die Turnhalle zurück. Bild: Gebhardt
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
20.08.2015
15
0

Asylbewerber bildeten damals den Grund, den Ökumenischen Kleiderladen einzurichten. 24 Jahre später sorgen sie jetzt wieder für Hochkonjunktur in der Frühlingstraße. Hier decken viele Flüchtlinge aus der Turnhalle ihren Grundbedarf an Kleidung. Und die 28 ehrenamtlichen Frauen helfen gerne.

"Wir brauchen Kindersachen. Und Herren-T-Shirts. Und Sandalen." Die beiden Damen, die mit ihrer umfangreichen Bestellliste im Kleiderladen stöbern, kommen von der Initiative "Sulzbach-Rosenberg hilft". Im Auftrag des Landratsamtes suchen sie die nötigsten Sachen heraus für die rund 150 Flüchtlinge in der Realschulturnhalle und packen sie zum Abtransport zusammen. Sie kümmern sich auch um die Verteilung.

Nicht einmal Schuhe

"Wir brauchen Kinderbekleidung, aber auch Herren-T-Shirts und Sandalen", erklären die zwei Freiwilligen von der Initiative. Schließlich haben die meisten Flüchtlinge nicht viel mehr als das, was sie am Leibe tragen, oft nicht einmal Schuhe.

Der Kleiderladen bekommt in der Regel ausgezeichnete Ware von der Bevölkerung geliefert, freut sich Leiterin Christine Lier. Verwertet wird alles "bis zur letzten Faser". Seit 1991 gibt es diese Einrichtung, getragen von den vier Kirchen der Stadt, seit 1992 ist sie in der Frühlingstraße ansässig. Anlass war damals 1991 die Unterbringung von Asylbewerbern, später kamen die Aussiedler dazu zur Klientel.

Inzwischen finanziert sich der Laden selbst durch den Verkauf der Kleidungsstücke, trotz minimaler Preise von einem bis maximal fünf Euro pro Teil bleibt dank ehrenamtlicher Arbeit sogar am Jahresende noch etwas übrig für andere soziale Zwecke. Der Verkauf soll auch die Wertschätzung der Ware unterstreichen, verschenken wäre kontraproduktiv.

Rumänien oder Afrika

Bei den "normalen Kunden" während des Jahres stellen die Aussiedler immer noch den größten Teil, erklärt Christine Lier. Oft unterstützen sie durch Postsendungen arme Verwandte in der Heimat. "Wir haben ausgezeichneten Kontakt zu unserer Kundschaft", bilanziert die Leiterin. Normalerweise gehe ein Teil des Bestandes regelmäßig in Hilfsgebiete wie etwa Rumänien oder Afrika, aber zur Zeit hätten eben die Flüchtlinge in der Herzogstadt Vorrang. Das führt jetzt zu einer Sondermaßnahme: In den Ferien hat der Ökumenische Kleiderladen in der Frühlingstraße 12 zwar normalerweise geschlossen, bittet aber dringend am Samstag, 22. August, von 9 bis 11 Uhr um Sonderspenden.

Bedingt durch die in Sulzbach-Rosenberg angekommenen Flüchtlinge, hat sich nämlich verstärkte Nachfrage ergeben. Die Bestände im Kleiderladen sind kräftig reduziert und müssen ergänzt werden. Geöffnet ist der Laden zu den üblichen Öffnungszeiten wieder ab Dienstag, 1. September, dienstags und donnerstags von 10 bis 11 und 15 bis 16 Uhr, Anlieferung ist Mittwoch von 8 bis 9 und Samstag von 10 bis 11 Uhr.
Weitere Beiträge zu den Themen: August 2015 (7425)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.