Seit 65 Jahren im Hafen der Ehe

Die Familie ließ für Maria und Werner Feige eine Kutsche vorfahren, die das eiserne Hochzeitspaar zur Feier in den Gasthof Zum Bartl brachte. Bürgermeister Michael Göth (links) gratulierte vor dem Rathaus. Bild: Royer
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
26.08.2015
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Es war so etwas wie eine Hochzeitskutsche, die am Dienstag durch die Stadt rollte. Drinnen saß ein Paar, das allerdings schon eine stattliche Zahl gemeinsamer Jahre verbracht hat.

Für Werner und Maria Feige war es ein großer Tag: Vor genau 65 Jahren gaben sie sich in der Herz-Jesu-Kirche das Ja-Wort. Grund genug, ihr bisheriges Leben Revue passieren zu lassen.

Werner Feige wurde am 22. Mai 1925 in schlesischen Breslau geboren. Schon als kleiner Junge begeisterte er sich für die Schiffer-Kräne auf der Oder. Was lag da näher, als selbst Seemann zu werden? Nach einer Lehre als Schiffsjunge wurde er Bootsmann für Binnen- und Küstenschifffahrt.

Während des Kriegs kam er 1944 nach Odessa ans Schwarze Meer, wo er im August in russische Gefangenschaft geriet. Nach fünf schweren Jahren durfte er endlich nach Deutschland zurückkehren. Seine Familie, die Eltern und die sechs Geschwister, mussten aus der Heimat flüchten. In Leipzig hatten sie eine neue Bleibe gefunden.

Durch den evangelischen Suchdienst und das Rote Kreuz gelangte Werner Feige zu seiner Patentante Emma Buchwitz nach Sulzbach-Rosenberg. Hier traf er dann auch seine große Liebe, Maria Heindl. Sie arbeitete damals im Lebensmittelgeschäft von Babette und Andreas Braun. Es war die sprichwörtliche "Liebe auf den ersten Blick", als sie sich dort zum ersten Mal begegneten.

Für Maria ging der Traum in Erfüllung, einen Seemann zu heiraten. Als ihr Lieblingslied nennt sie "Mein Schatz muss ein Matrose sein, so stürmisch wie die See". Werner war bis zu seiner Pensionierung in der Maxhütte beschäftigt; Maria kümmerte sich in erster Linie um die beiden Kinder Werner und Carola. Zusammen frönt das eiserne Paar seinem Hobby, dem Camping.

Das Jubelpaar feierte zusammen mit seinen Kindern, den vier Enkeln und einem Urenkel (Louis, zwei Jahre). Als Überraschungsgeschenk organisierte die Familie eine Kutsche, die das Jubelpaar zum Feiern in den Gasthof Zum Bartl brachte. Bei einem Zwischenstopp am Rathaus gratulierte Bürgermeister Michael Göth.
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