Seniorenpolitisches Gesamtkonzept begegnet dem demografischen Wandel aktiv
Ziel: Lebensräume für Ältere

Lokales
Sulzbach-Rosenberg
14.10.2015
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Das Werk umfasst 125 Seiten. Und in normalen Zeiten hätte man darin wohl manches gefunden, worüber sich im Kreisausschuss trefflich diskutieren ließe. Doch angesichts der Brisanz des Flüchtlingsthemas geriet die Verabschiedung des seniorenpolitischen Gesamtkonzepts für den Landkreis am Montag zur Randnotiz. Nur wenige Minuten widmeten sich die Kreisräte dem Entwurf, ehe sie ihn einstimmig absegneten.

Inwiefern alle darin angegebenen Maßnahmen bindend sind, blieb zweifelhaft, aber die Tatsache, dass der Landkreis nach dem Gesetz zur Ausführung der Sozialgesetze verpflichtet ist, ein seniorenpolitisches Gesamtkonzept aufzulegen, war unbestritten. Genauer gesagt: Er muss den längerfristigen Bedarf an Pflegeeinrichtungen feststellen und dann als Teil eines "integrativen, regionalen seniorenpolitischen Gesamtkonzeptes" veröffentlichen. Dessen Zielrichtung: "nach dem Grundsatz 'ambulant vor stationär' die Lebenswelt älterer Menschen mit den notwendigen Versorgungsstrukturen sowie neue Wohn- und Pflegeformen für pflegebedürftige Menschen im ambulanten Bereich" umfassen.

Landrat Richard Reisinger hat im Vorwort beschrieben, was er als Ziel des Kraftaktes - seit einem Jahr haben sich neun Arbeitskreise mit den Handlungsfeldern beschäftigt - sieht: "Wir müssen dem demografischen Wandel aktiv begegnen und die Weichen frühzeitig in die richtige Richtung stellen, hin zu einer zukunftsweisenden Seniorenpolitik, damit ältere Menschen im Amberg-Sulzbacher Land künftig Lebensräume und Lebensbedingungen vorfinden, um ein zufriedenes und selbstbestimmtes Leben führen zu können."

Die SPD bat im Ausschuss darum, das Programm ohne Neueinstellungen im Landratsamt umzusetzen. Michael Birner (ÖDP) regte eine Übersicht an, welche Maßnahmen aus finanzieller Sicht möglich seien. "Man braucht eine Kraft, die anschiebt", meinte Peter Dotzler (FW), wenn das Konzept erfolgreich sein solle. Er fasste dafür Dr. Norbert Vogl, den Leiter der Sozialabteilung, ins Auge. "Jetzt darf eines nicht passieren: dass das Konzept in der Schublade verschwindet und niemand mehr den Schlüssel findet", sagte Stefan Braun (CSU). In einem Jahr will man prüfen, was schon umgesetzt ist.

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Das gesamte Konzept im Internet:

http://www.kreis-as.de/Unser-Landkreis/Jugend-Fami...
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