Sexualtäter soll für Jahre in Haft

Lokales
Sulzbach-Rosenberg
30.09.2014
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Bei den ersten Intimitäten auf Betreiben eines 40-Jährigen war das Opfer gerade einmal elf Jahre alt. Es soll eine nahezu lächerliche Entschädigung bekommen: 3000 Euro.

Auf dem Londoner Airport Heathrow wurden ihm die Handschellen angelegt. Britische Sicherheitsbeamte vollzogen einen internationalen Haftbefehl und lieferten später den von ihnen festgenommenen Mann an die Behörden in Amberg aus.

Jetzt sitzt der Sexualstraftäter nicht nur in U-Haft, sondern vor der Ersten Strafkammer des Landgerichts und muss mit bis zu acht Jahren Freiheitsstrafe rechnen. Zweieinhalb Stunden führten Richter, Rechtsanwälte und die Staatsanwältin ein Rechtsgespräch hinter verschlossenen Türen. Nach langen Debatten wurde dem Beschuldigten eine Haftstrafe zwischen siebeneinhalb und acht Jahren für ein Geständnis zugesichert. Unmittelbar danach gaben die Verteidiger Jürgen Mühl und Bernhard Weber eine Erklärung für ihren Mandanten ab und räumten ein: Der 40-jährige Familienvater gibt zu, zwischen 2011 und 2013 ein zu Beginn der Übergriffe elf Jahre altes Mädchen missbraucht zu haben.

92 Fälle minus x

Die Vorfälle ereigneten sich in einer Landkreisgemeinde, die Schülerin hatte ihren Wohnsitz in der Nachbarschaft des Täters. In ihrer Anklageschrift listete Staatsanwältin Michaela Frauendorfer 92 Fälle auf. Doch diese Zahl reduzierte sich. Mitunter war der heute 40-Jährige über Wochen hinweg in Nepal und Mexiko.

Es gibt noch ein Opfer

Wie es zu den Annäherungen kam, ließ sich dem bisherigen Prozessverlauf nicht entnehmen. Fest steht allerdings, dass das Verhältnis zwischen dem Familienvater und dem Mädchen aus der Nachbarschaft sehr intim war. Das Opfer hatte während der Ermittlungen vor einem Untersuchungsrichter ausgesagt. Was die heute 14-Jährige dabei sagte, blieb geheim. Mit Rücksicht auf das Alter der Schülerin wurden die per Video aufgezeichneten Angaben unter Ausschluss der Öffentlichkeit abgespielt. Die ursprünglich auf fünf Tage angesetzte Verhandlung wird sich nun offenbar erheblich verkürzen. Schon heute könnte es zu einem Urteil der unter dem Vorsitz von Landgerichts--Vizepräsidentin Roswitha Stöber tagenden Strafkammer kommen. Unterdessen ist auch klar, dass der die geschädigte Schülerin als Nebenkläger vertretende Rechtsanwalt Stephan Meier mit einem Täter-Opfer-Ausgleich rechnen kann. Von 3000 Euro war die Rede. Das Geld soll im Gerichtssaal übergeben werden.

Nur andeutungsweise war zum Prozessauftakt davon die Rede, dass es noch zu sexuellen Übergriffen an einem weiteren Mädchen kam. Doch es bestehe gegenwärtig ein gravierendes Verfahrenshindernis Das bedeutet allerdings nicht, dass der 40-Jährige in diesem Punkt straffrei davonkommt.
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