Sie fegten Gegner aus der Halle

Auch wenn sie so heißen, wie Alte Herren sehen sie am 40. Geburtstag ihres Teams nicht wirklich aus. Bild: cwh
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
20.11.2015
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In den Sporthallen waren sie einst gefürchtet. Denn dort räumten die Alten Herren des Handballclubs Sulzbach-Rosenberg kräftig auf, ließen dem Gegner meistens wenig Chancen. Jetzt hat die Truppe ihr 40-jähriges Bestehen gefeiert und schwelgte dabei in Erinnerungen, die teils noch gar nicht so alt sind.

Klar, dass die früheren Top-Sportler der Stadt einen besondern Ort für ihr "Jubiläum" brauchten. Im Capitol von Thilo Hierstetter war er gefunden, eignete sich das ehemalige Kino doch gut für diese Rückblende auf 40 Jahre Vereinsgeschichte. Dass eine ganze Reihe Gründungsmitglieder aus TV-Zeiten kam, war ebenso selbstverständlich wie etliche Gäste, die dem legendären Handballteam ihre Aufwartung machten.

So durfte der Laudator des Abends, Klaus Kreil, neben Vertretern der Politik auch den Präsidenten der AH, Hans Tobies, begrüßen, der dieses Amt ohne Unterbrechung seit 40 Jahren innehat. Insgesamt hatten sich über 70 Leute die Ehre gegeben, die alle viele Jahre zur Gemeinschaft der Alten Herren gehörten oder noch gehören. Auf Klaus Kreil, der selbst als Motor und Herz der Alten Herren gilt, wartete eine besondere Überraschung: Christian Weiß, der Vorsitzende des Hauptvereins, verlieh ihm die Ehrenmitgliedschaft. Sie wird normalerweise nur zum 80. Geburtstag an verdiente Handballer vergeben. Doch Weiß und der Vorstand wollten die "große Lebensleistung" Klaus Kreils honorieren und machten ihn zum bisher jüngsten Ehrenmitglied des HC Sulzbach-Rosenberg.

Sport und Kameradschaft

Zuvor hatte Kreil an viele sportliche und gesellschaftliche Ereignisse aus den Gründerjahren bis in die Gegenwart erinnert, "die immer unter dem Motto Sport und Kameradschaft standen". Schon von Anfang an zeigten die damals noch jungen Herren nach seinen Worten ihr großes Potenzial auf dem Handballfeld und fegten Gegner aus der Oberpfalz und dem benachbarten Franken regelrecht aus der Halle. Das änderte sich im Laufe der Jahre nicht wirklich dramatisch, sagte Kreil ebenso schmunzelnd wie stolz.

Viele Aktive fanden so schnell den Weg zum Club, denn die Truppe war in aller Munde. Erst 2008 hängten die aktiven Herren ihre Sportschuhe endgültig an den Nagel - sehr zur Freude manch anderer Teams, denen es im Lauf der Jahrzehnte nicht gelungen war, die verschworene Handballgemeinschaft echt in Verlegenheit zu bringen, blickte Kreil zurück.

Dabei legten die Alten Herren ihr Hauptaugenmerk auch auf das Vereinsleben außerhalb der Sporthallen. Unzählige Fahrten, Turniere, Weihnachts-, Faschingsveranstaltungen und viel mehr boten den Nährboden für zahlreiche Geschichten, die der Laudator "wahrheitsgemäß" Revue passieren ließ. Das führte teils zu glänzenden Augen und nostalgischen Gefühlen an den Tischen nach dem Motto: "Die gute alte Zeit war halt doch die beste ..."

Wobei die Alten Herren auch heute noch sehr aktiv sind; laut Kreil wurde aus ihnen schon vor zehn Jahren eine ebenso gut aufgelegte Wandertruppe. Und, wie man die ehemaligen Handballcracks kennt, lassen sie es auch hier nicht seicht, sondern sportlich angehen. Ihre Touren führen über 20 bis 30 Kilometer, wobei manche Pausen und das gesellige Beisammensein hinterher genauso wichtig sind. Kreil bedankte sich bei Wanderwart Günter Raschke, den "Machern der AH" um Präsident Hans Tobies, Schatzmeister Werner Windisch und anderen mehr. Auch die gute Zusammenarbeit mit dem Vorstand des Clubs hob er hervor.

Beispielhafte Leistungen

Bürgermeister Michael Göth lobte die "beispielhafte sportliche Leistung, aber auch die wertvolle soziale Arbeit", die von den Alten Herren geleistet wurde. Christian Weiß verglich in der schnelllebigen Zeit die Alten Herren mit einer "ruhigen Insel, auf der man viele Lasten, Hektik und Probleme abladen kann, aber auch Kraft findet, um dem stressigen Alltag zu entfliehen". Der Abend klang mit einer Reihe kommentierter Bilderserien aus. Aber auch das obligatorische Singen von alten Liedern des harten Kerns durfte nicht fehlen, wie immer musikalisch begleitet von Norbert Meier.
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