Singen gegen die Angst

Lokales
Sulzbach-Rosenberg
13.06.2015
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Der 25. April war der bisher schwärzeste Tag in der Geschichte Nepals. Ein Erdbeben raffte tausende Menschenleben auf dem Dach der Welt dahin. Auch die Schule in Gerkhutar trug schwere Schäden davon. Doch jetzt kann Manfred Härtl vom Verein "Wir helfen Nepal" schon wieder Positives vermelden.

Die Om Mane Public School, die 240 Kindern eine schulische Bildung ermöglicht, gilt quasi als "Heiligtum" für die Bewohner Gerkhutars. Denn sie wissen, dass nur über diese wichtige Einrichtung der Teufelskreis der Armut durchbrochen werden kann. Deshalb ist und war es den Bewohnern und Helfern ein Herzensanliegen, die schwerbeschädigte Schule so schnell wie möglich wieder aufzubauen.

Erfreuliche Nachrichten geben nun Auskunft über die Fortschritte der Arbeiten an der Schule. Aber Härtl erreichten auch innige Worte des Dankes von den Betroffenen des Erdbebens, die sich außerordentlich über die gesammelten Spenden freuten. Mittlerweile sind rund 70 000 Euro auf dem Konto des Vereins "Wir helfen Nepal" eingegangen.

Dramatische Erlebnisse

Das Erdbeben hat sich natürlich in die Gedächtnisse der Schulkinder festgesetzt. Zu dramatisch waren die Erlebnisse. Aus diesem Grund sei es nun unumgänglich, alsbald zur Normalität - zum täglichen Schulbetrieb - zurückzukehren, um auch für Ablenkung zu sorgen. Sechs Klassenzimmer und ein Gebäudeteil mit drei Räumen wurden stark beschädigt. Vor allem Fenster, Türen und Wände waren betroffen, sagt Härtl.

Renovierung möglich

Auch der vor drei Jahren eröffnete Anbau muss wegen Baufälligkeit abgerissen werden. Zurzeit erarbeitet ein Architekt den Plan für einen erdbebensicheren Neubau. Dieser wird ab September in Angriff genommen. Zunächst muss der Monsun abgewartet werden. Als Vorsitzender der lokalen Nepal-Hilfe hält sich Manfred Härtl natürlich ständig auf dem Laufenden über das Geschehen in Gerkhutar.

Mit den ersten 20 000 Euro ist der größte Teil der Schule bereits wieder aufgebaut. Man veränderte einige Wände in den Räumen und renovierte die Möbel der Klassenzimmer und des Computer-Raums. Auch die komplett zerstörten Toiletten sind durch Mittel des Vereins erneuert.

Nach diesem schnellen Wiederaufbau ist der Schulbetrieb mittlerweile wieder angelaufen. Bis 31. Mai sollte die Schule nach Vorstellungen der Regierung ihre Arbeit aufnehmen. Besonders hervorgetan hat sich bei der Koordination der Arbeiten und beim Krisenmanagement Prahlad Thapaliya aus Hamburg. Hilfe kam natürlich auch von der Dorfbevölkerung, dem Personal und den Lehrern. Schulleiter Anil Pandey und sein Stellvertreter Saroj Bogati arbeiteten von frühmorgens bis 22 Uhr, um die gesetzte Frist einzuhalten.

Betrieb angelaufen

Jetzt gehen die Kinder wieder in ihre Schule, ist den Berichten aus dem Himalaya-Staat zu entnehmen. Sie genießen das Lernen in freudiger Umgebung. Alle helfen zusammen, um den Kindern die Angst vor einem neuen Beben zu nehmen. Für Ablenkung sorgen Spiele, Gesang und Musik. Der Dank aller Betroffenen an Leesa Shrestha und Manfred Härtl vom Verein "Wir helfen Nepal" für die Koordination der Unterstützung kommt von ganzem Herzen.

Die Mitglieder des 3000-Einwohner-Dorfes Gerkhutar überlegen auch, ein weiteres Schulgebäude mit vier Klassenzimmern wiederaufzubauen. Außerdem wird ein neuer Schulbus benötigt, der die Kinder aus entlegenen Siedlungen und dem Stadtgebiet zur Schule bringt. Gewünscht wird ein sicherer Transport der Kinder, da diese sonst über Brücken und Flüsse oder durch den Wald laufen müssten.

Der Plan aller Verantwortlichen in Gerkhutar und der Nepal-Hilfe ist es, auch in Zukunft eine gute und beispielgebende öffentliche Schule zu betreiben. (Zum Thema)
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