Solisten im Rampenlicht

Die jungen Solisten (vorne, von links) Carola Steinberger, Sara Garcia, Alexander Körner, Jasmin Gerner, Luisa Kretschmer, Maria Ulrich und Ishtur Jambal nehmen den Schlussapplaus des Publikums entgegen. Bild: bbo
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
13.07.2015
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Wieder neigt sich ein Jahr an der Berufsfachschule für Musik dem Ende zu. Bevor sie Sulzbach-Rosenberg Servus sagen, ließen sieben Absolventen noch einmal viel Gutes von sich hören.

Eine beachtliche Schar von Besuchern ließ sich das Solisten- und Orchesterkonzert der Berufsfachschule für Musik nicht entgehen. Auf dem Programm standen ausgewählte Sätze aus dem reichhaltigen Schatz der Solo-Konzertliteratur, dargeboten von sieben Angehörigen der aktuellen Absolventenjahrgänge. Umsichtig begleitete sie das hauseigene Orchester, bei dem Dieter Müller den Stab führte.

Don Giovanni zum Auftakt

Das Ensemble und sein Dirigent eröffnete das Programm mit der Ouvertüre zu Mozarts Don Giovanni. Durch kraftvolle Tongebung in den Forte-Abschnitten einerseits sowie durch intensive Spannungslinien der Piano-Partien andererseits, zeichnete das Orchester die Einleitung der Ouvertüre nach. Beim Hauptthema sowie bei der Gestaltung des Seitenthemas agierte die Streichergruppe mit leichter und lockerer Bogenführung, wohingegen die Bläser durch kraftvolle Akzente der dramatischen Seite der Musik gerecht wurden.

Weich und geschmeidig

Luisa Kretschmer lieferte den ersten Solobeitrag aus dem Konzert in Es-Dur für Trompete und Streicher von Johann Baptist Georg Neruda. Die Solistin (Trompetenklasse Lodes) verstand es, den Klang ihrer Trompete weich und geschmeidig in den Gesamtklang des Orchesters einzubinden. Sie spielte die kantilenen Melodiephrasen lebendig, ausdrucksstark, mit reinem Ton und einer leichtfüßigen spieltechnischen Virtuosität.

Sara Garcia Cardenas und Carolina Steinberger (Violinklasse Eva-Richter) hatten den ersten Satz des Konzerts für zwei Violinen in d-Moll von Johann Sebastian Bach ausgewählt. Dieses Werk mit vielen virtuosen Passagen boten die jungen Geigerinnen überzeugend dar, und auch das Orchester meisterte seinen anspruchsvollen Part gut. So ergab sich ein musikalischer Wettstreit, der in seiner barocken Pracht und komplexen Vielgestaltigkeit aufhorchen ließ.

Die Klarinettenkonzerte von Karl Stamitz sind bis heute fester Bestandteil des Repertoires für dieses Instrument. Jasmin Gerner (Klarinettenklasse Brunner) brachte den ersten Satz des Konzerts Nr. 7 zu Gehör. Gefühlvoll und virtuos bewies sie, dass sie sich nicht zu Unrecht einen Studienplatz an einer Musikhochschule erspielt hat, den sie im Oktober antreten wird.

Das dritte Hornkonzert von Wolfgang Amadeus Mozart stammt wahrscheinlich aus dem Jahr 1787. Alexander Körner (Hornklasse Waskowsky) spielte daraus den zweiten Satz "Romanze" mit ausgeprägt melodischer Empfindsamkeit. Das Rondo-Finale im 6/8-Takt mit munteren Jagdrufen, durchdrungen mit lyrischen Momenten, zeigte die Erfahrung und Versiertheit des Solisten eindrucksvoll auf.

Frühklassisches Kleinod

Domenico Cimarosa war zu Lebzeiten ein gefragter Opernkomponist und in ganz Europa bekannt. Sein beliebtes Konzert G-Dur für zwei Flöten ist ein kompositorisches Kleinod im Stil der Frühklassik. Den ersten Satz spielten Isthur Jambal und Maria Ulrich (Flötenklasse Trautmann) klangschön, technisch brillant und mit stilistischem Feingefühl.

Bizets L'Arlésienne-Suite Nr. 1 wurde - nach einer Umarbeitung durch den Komponisten - 1872 in Paris vom Publikum begeistert aufgenommen. Der im ersten Teil dominierende Marschrhythmus des provenzalischen Weihnachtslieds "Marsch der Könige" erfuhr sowohl vom Tutti-Orchester als auch vom Holzbläsersatz eine adäquate Umsetzung. Im zweiten Teil gefielen das getragen-melancholische Saxophonsolo von Stefanie Rumpler sowie Violoncello- und die Horngruppe des Orchesters.

Alle Register zum Schluss

Der tänzerisch angelegte zweite Satz stellt eine Mischung aus Scherzo und Walzer-Trio dar. Das Adagietto des dritten Satzes ist zart und gefühlvoll angelegt und wird nur vom gedämpften Streichorchester ohne Kontrabässe gespielt. Im Schlusssatz, dem Carillon, kreist die Komposition um einen glockenartigen Ostinato der Hörner und der Harfe, unterbrochen durch eine elegische Episode der beiden Flöten. Hier zeigten sich alle Register des Orchesters noch einmal von der ausdrucksstarken Seite.
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