Souveräne Musik-Weltreise

Frank Wuppinger und sein "Arkestra" lieben es wild. Gerade bei den heißen Rhythmen können sie ihre Spielstärke zeigen. Bild: hka
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
03.11.2015
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In ihrem Europa gibt es keine Krise, denn es steht auf einer stabilen Säule: der Musik. Es gibt auch keine Grenzen. Mühelos reisen Frank Wuppinger und Freunde durch Kontinente, bilden Fusionen aus europäischer Zigeunermusik, Folklore aus Spanien, Mazedonien, Serbien und binden Latin ebenso ein wie amerikanischen Jazz.

Als "Wuppinger & L'Orchestre Europa" gastierten sie schon mehrmals in der Herzogstadt. Nun haben sie den Namen geändert in "Frank Wuppinger Arkestra", ihr Niveau, ihr Können und ihre Spielfreude aber sind geblieben. Mit einer Mischung aus Folklore und Jazz begeisterten die sechs Musiker im Seidel-Saal mit einem musikalischen Stilmix, der Grenzen vergessen lässt und doch individuell bleibt.

Frank Wuppinger, Bandleader und Gitarrist, hat 2003 die Gruppe zusammengeführt, tournee- und konzerterfahrene Profis, vielfach mit Auszeichnungen, oft Mitglieder renommierter Orchester.

Perfekte Künstler

Das "Arkestra", das in Sulzbach-Rosenberg auf der Bühne steht, besteht aus Trompeter Andrey Lobanov, vor 15 Jahren aus Russland gekommen, dem deutsch-peruanische Geiger Gustavo Strauss, Matthias Rosenbauer am Schlagwerk, Marco Kühnl, der die Bass-Ukulele spielt, Norbert Emminger mit seinen Saxophonen und Frank Wuppinger, dem Chef. Er ist es auch, der eigene Stücke komponiert oder "Fundstücke" überarbeitet, bis sie ins Schema der Band passen.

Alle sechs sind sie außerordentlich spielfreudig, beherrschen souverän ihre Instrumente, brillieren in zahlreichen Soli, vom Publikum mit spontanem Beifall honoriert. Ihr Crossover durch Länder und Kontinente ist ein Mix aus Balkan-Feeling mit ein wenig Brasilien, amerikanischem Swing, spanischem Temperament, marokkanischen oder lateinamerikanischen Rhythmen und Klezmerklängen.

Immer dabei: rasante Tempi und die Kombination von Folk und Jazz. Die Erinnerung an eine Straße in Barcelona, die "schwarzen Pferde" in Mazedonien, der heiße türkische Chai mit viel Zucker, die Hochzeit in Brasilien oder das Hitzeflimmern über marokkanischen Dächern - all diese Erinnerungen hat Frank Wuppinger musikalisch festgehalten, mit seiner Band gibt er sie wieder. "Wollt ihr was Langsames?", fragt er ins Publikum. Die Antworten sind alles andere als eindeutig, also bleibt es - wie gehabt - beim Rasanten.

Dabei ist ihnen die Freude anzusehen, mit der sie ihre Instrumente handhaben: die Fingerfertigkeit und Leidenschaft, mit der Frank Wuppinger seine Gitarre beherrscht, die Souveränität, mit der Marco Kühnl bei Jazz ebenso wie bei Folklore seiner kleinen Ukulele dunkel-wohlklingende Töne entlockt, die Perfektion des Drummers Matthias Rosenbauer, der die Stöcke tanzen lässt, die Kunst des "Teufelsgeigers" Gustavo Strauss und vor allem der unendlich lange Atem und die Perfektion der beiden Bläser, deren Trompeten- und Saxophon-Soli ganz einfach begeistern.

Geschlossenes Ganzes

Bei aller Vielfalt gelingt es der Gruppe aber immer wieder, ein klangvolles, in sich geschlossenes Ganzes zu ergeben. Keine Frage, dass sie auch für ihre neue CD werben, sie zum Kauf anbieten. Dem Solo Marco Kühnls mit seiner Ukulele folgt der große Auftritt des Klezmer-Geigers Strauss und endet in einem furiosen Finale aller Instrumente.

Sie haben schwer gearbeitet, geschwitzt und sich voll ausgegeben, trotzdem belohnen sie das dankbare Publikum mit Zugaben und weisen ihre Fans auf weitere Auftritte hin in Hersbruck und Hilpoltstein.
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