Sozial stets unter Strom

Die Pflegedienstleiterinnen Brigitte Riederer und Alexandra Pirner (von links) sind sehr zufrieden mit dem E-Mobil und freuen sich schon auf das zweite im Fuhrpark von dann insgesamt 21 Fahrzeugen der Ökumenischen Sozialstation. Bilder: Gebhardt
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
05.11.2015
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Wenn sich einer mit E-Mobilität auskennt, dann wohl sie: Die Caritas im Landkreis Amberg-Sulzbach hat in den letzten Jahren sieben Elektro-Autos angeschafft, das achte und neunte sind gerade eben bestellt. Damit ist der Sozialverband Vorreiter bei regenerativen Energien im Straßenverkehr. Und den Treibstoff macht er auch noch selber.

Vier Sozialstationen betreibt die Caritas alleine oder im Verbund mit anderen, und auf dreien von ihnen sitzt auf dem Dach der Schlüssel zum Erfolg: Photovoltaik-Anlagen sorgen in Hirschau, Amberg und Sulzbach-Rosenberg für Stromgewinnung aus Sonnenlicht. Sie alle sind ab 2014 entstanden und liefern zwischen 16,7 und 56,5 Kilowatt.

In Sulzbach-Rosenberg, so erfuhren wir vom Geschäftsführer Günter Koller, sind derzeit 20 Fahrzeuge im Einsatz, davon ein E-Fahrzeug, ein weiteres ist bestellt. Die anderen "Stromer" laufen in Amberg (2), Hirschau (3, eins bestellt) und Ensdorf (1). "Wir betonen die soziale Komponente durch die Investition in nachhaltige, regenerative Energien!", erläutert Koller - in allen Vorstandsgremien seien inzwischen der Ausbau und die Weiterentwicklung der Elektrofahrzeuge beschlossen.

Grundstein im Kreistag

Wo aber kommt diese Idee her? Initiator der E-Mobilität und der PV-Anlagen sei der ehemalige Vorsitzende des ZEN (Zentrum für Erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit) in Ensdorf, Karl Müller, gewesen. "Bei einer Kreistagsklausur legte man den Grundstein", erinnert sich Koller.

Karl Müller und ZEN-Geschäftsführer Gerhard Kopf hätten dann erreicht, dass quasi als "Erstausstattung" die Raiffeisenbanken im Landkreis jeder Station ein E-Mobil gesponsert hätten - immerhin mit 50 Prozent der Anschaffungskosten. "Das war der Ausgangspunkt der E-Mobilität in den Sozialstationen. Der Hirschauer Richard Sellmeyer gab schon beim diesjährigen Tag der Elektromobilität in Sulzbach-Rosenberg einen überaus positiven Erfahrungsbericht über den Einsatz der neuen Technologie. "Als kirchliche Einrichtung leisten wir durch dieses Engagement einen großen Beitrag zum Erhalt der Schöpfung", erklärt der Diakon.

"In der Sulzbach-Rosenberger Sozialstation denken wir nicht nur ökumenisch und ökonomisch, sondern auch ökologisch", listet Günter Koller auf. Durch die Selbsterzeugung des Stroms für die Fahrzeuge werde eine immense Menge an Kohlendioxid eingespart. Die Spritkosten liegen quasi bei null, und in einigen Jahren hat sich das Fahrzeug amortisiert.

Reichweite passt

Weitere Fahrzeuge in der Flotte seien durchaus denkbar, denn die Flitzer wiesen in der Stadt und der näheren Umgebung eine durchaus zufriedenstellende Reichweite auf. "Lediglich bei langen Landtouren im Winter stößt die Batterie an ihre Grenzen."

Koller und Sellmeyer sind übrigens jederzeit bereit, ihre Erfahrungen mit den E-Mobilen auch an Interessenten weiterzugeben - schließlich gebe es nichts zu verbergen, sondern im Gegenteil durchaus positive Argumente zu berichten. Bei 40 E-Autos im Landkreis wird die Caritas bis Jahresende wohl einen Anteil von 25 Prozent erreichen.
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