Spaenle bremst Euphorie

In Sachen Realschule Hirschau hat sich jetzt Kultusminister Ludwig Spaenle zu Wort gemeldet. Bild: htl
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
21.05.2015
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Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) hat dem Schnaittenbacher Landtagsabgeordneten Reinhold Strobl (SPD) auf seine Anfrage zum Thema Neugründung einer Realschule in Hirschau geantwortet. Viel Hoffnung lässt er den Befürwortern dieses Projekts nicht.

Aus dem Schreiben geht hervor, dass Spaenle die von der Stadt Amberg und dem Landkreis Amberg-Sulzbach gefundene Lösung für die drohende Überbelegung der Amberger Schönwerth-Realschule durchaus für tragfähig hält. Also die Umleitung der neuen Fünftklässler aus sieben Gemeinden (vor allem des nordöstlichen Landkreises) an die Sulzbach-Rosenberger Walter-Höllerer-Realschule, die wegen seit Jahren zurückgehender Schülerzahlen noch Raum-Kapazitäten frei hat.

Nach Auffassung des Kultusministers sprechen mehrere Gründe für diesen Ansatz:

Es kommt sofort zu einer Entspannung der Situation an der Schönwerth-Realschule.

Der Landkreis kümmert sich um eine zufriedenstellende Anpassung der Busfahrpläne.

Laut Rücksprache mit den beiden Schulleitern werde "die getroffene Entscheidung bezüglich der Umverteilung der Neuanmeldungen von den betroffenen Eltern akzeptiert".

Spaenle erläutert auch, warum sich seiner Meinung nach eine Realschulgründung in Hirschau grundlegend vom Aufbau einer staatlichen Realschule in Murnau (die hatte Strobl als Vorbild genannt) unterscheidet. Letztere sei nämlich bereits durchgehend dreizügig, und es werde eine weitere Steigerung der Schülerzahlen erwartet. Es sei nicht richtig, dass es sich hier um ausgelagerte Klassen der Realschule Penzberg handle, auch wenn Murnau anfänglich (wie bei allen "im Aufbau befindlichen Realschulen" üblich) von einer "Mutterschule" mitgeführt worden sei.

Der Unterschied zur Lage im Landkreis Amberg-Sulzbach: Für die Höllerer-Realschule sei ohne Umorganisation ein Anstieg der Schülerzahlen nicht zu erwarten, und für eine Hirschauer Realschule ergeben selbst optimistische Berechnungen nur eine Zweizügigkeit (was Spaenle nicht erwähnt). Die Schlussfolgerung des Ministers lautet: "Eine Auslagerung von einzelnen Klassen nach Hirschau als eine Art 'Vorstufe' zu einer neu zu gründenden Realschule ist daher aufgrund der zurückgehenden Schülerzahlen, zudem auch aus pädagogischen Gründen nicht zielführend."

"Kein Bedarf"

Die Anfrage des Landratsamtes ans Kultusministerium, ob eine weitere Realschule im Landkreis genehmigt werden kann, ist zwar noch nicht beantwortet. Laut Ministeriumssprecherin Sabine Herde begründen aber die Schülerzahlen "nach den seit langem landesweit angewandten Kriterien derzeit keinen Bedarf einer weiteren Realschule im Landkreis".
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