Spot an für drei Künstler

Inge Posorski (rechts) zeigt ihren Künstlerkollegen Gerhard Grünwald (Mitte) und Michael Hottner (links) sowie VHS-Leiter Manfred Lehner (Zweiter von links) und Galerie-Leiterin Nora Matocza (Zweite von rechts) eine ihrer großformatigen Personendarstellungen. Bild: cog
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
18.10.2015
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Vielfältig, einladend und anregend, so ist die neue Ausstellung in der Galerie im Landkreis-Kulturzentrum mit Bildern von Gerhard Grünwald, Inge Posorski und Michael Hottner. Ihre sehr unterschiedlichen Werke sind die ersten, die im LCC in einem besseren Licht erscheinen.

"Heute ist eine Premiere", stellte Manfred Lehner, Leiter der Volkshochschule des Landkreises, fest. Nach der Sanierung erstrahle das Haus jetzt in neuem Glanz. Lehner wies besonders auf die neuen Spots hin, die zum ersten Mal im Einsatz waren: "Sie setzen die Werke ins rechte Licht." Das LCC sei ein Haus der Kunst, des Lernens und der Begegnung. Nora Matocza, die Leiterin der Galerie, führte in die Werke der drei Künstler ein.

Grünwald als ausgebildeter Architekt "kommt von der Linie", wie er sagt. Das ist in allen seinen Arbeiten spürbar. Dabei hat er einen Blick für die Architektur der Landschaft. Er arbeitet viel mit Filzstiften und ergänzt die Zeichnungen mit Aquarell. Seine Landschaften und Häuser sind ausdrucksstark. "Verlassen", die Filzstift-Zeichnung auf Packpapier, zeigt nur ein leerstehendes hochgiebeliges Haus kurz vor dem Einsturz, weckt aber Gedanken über das Schicksal der Dörfer und der Menschen in der schnelllebigen Welt.

Die große Bandbreite von Posorskis Arbeiten reicht von abstrakten Kompositionen über Personendarstellungen mit fast kubistischen Anklängen bis hin zu außerordentlich lebensechten Tieren. Meistens malt sie großformatig in Acryl, präsentiert aber auch kleine Zeichnungen und Aquarelle. Aus der Fülle interessanter Bilder stachen ihre Gemälde von Bienen hervor. Da gab es ein winziges, dabei aber sehr detailliertes Aquarell, und fast daneben hing das Insekt ins riesenhafte vergrößert, so wie es seiner Bedeutung entspricht.

Fast surrealistisch

Ganz anders die Werke von Hottner. Er stellt Menschen bei verschiedenen Tätigkeiten dar, löst sie aber aus ihrem Kontext und verpflanzt sie in eine andere Umgebung. Dabei sind die Figuren locker gezeichnet, während ihr Umfeld von klaren Linien in reduzierten, kühlen Farben bestimmt wird. Das wirkt fast surrealistisch. Sehr eigenartig ist "Kanal": Zwei Arbeiter scheinen an einer Werkbank zu stehen, tatsächlich ist das aber ein Wasserlauf, auf dem ein Boot vor sich dahindümpelt.

Hannes Stegmeier begleitete die Vernissage mit Gitarre und Gesang. Die Besucher flanierten von Bild zu Bild, lauschten der Musik, betrachteten die ganz unterschiedlichen Werke und tauschten sich darüber aus. Sicher überlegten auch einige, ob nicht das eine oder andere Gemälde eine Bereicherung für ihr Zuhause wäre, denn die Bilder sind alle verkäuflich. Die Vielfalt der ausgestellten Arbeiten ließ sich an diesem einen Abend nicht erfassen.

Kunstfreunde haben aber noch viel Zeit, um die Ausstellung in Ruhe zu genießen. Die Gemälde von Gerhard Grünwald, Inge Posorski und Michael Hottner bleiben noch bis zum Samstag, 20. Februar 2016, im LCC, Obere Gartenstraße 3, in Sulzbach-Rosenberg, zu sehen.
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