Stadt hat einen echten Schatz

Lokales
Sulzbach-Rosenberg
16.12.2014
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Die "Biologische Vielfalt" ist in aller Munde. Ihr drohen enorme Beeinträchtigungen. Wir alle sind gefordert, sich für eine artenreiche Flora und Fauna einzusetzen. Doch dazu muss man wissen, wo die schützenswerten Tiere und Pflanzen leben. Im Stadtgebiet gibt es einen solchen Platz.

Nicht weit entfernt von der Altstadt befindet sich am Annaberg ein besonders schützenswerter Lebensraum. Am Südwesthang leben auf einem Kalkmagerrasen mehr als 200 verschiedene Pflanzen- und 28 Schmetterlingsarten. Außerdem haben dort Fledermäuse ein perfektes Jagdrevier. Der Landschaftspflegeverband (LPV) Amberg-Sulzbach kümmert sich derzeit um dieses Kleinod in unmittelbarer Nähe der Wohnbebauung.

Wie Richard Lehmeier vom LPV informiert, gehören die pflegenden Eingriffe am Annaberg zum Projekt "Juradistl - Biologische Vielfalt im Oberpfälzer Jura", das bis in die Herzogstadt erweitert wurde. Es dient auch zur Umsetzung der Bayerischen Biodiversitätsstrategie. Das landkreisübergreifende Projekt "Juradistl" ist ein ausgezeichnetes Projekt der UN-Dekade "Biologische Vielfalt".

Die konkrete Maßnahme betrifft eine 1,14 Hektar große städtische Fläche. Sie befindet sich zwischen dem nach oben anschließenden Laubmischwald und der nach unten angrenzenden Wohnbebauung. An diesem Hang ist nach Lehmeiers Angaben ein äußerst reichhaltiges Mosaik verschiedenster Biotoptypen ausgebildet.

Prächtige Obstbäume

Prächtige, zum Teil abgestorbene, aber noch stehende Obstbäume im früheren "Dotzler-Garten" wechseln sich ab mit wildgewachsenen Obstbäumen. Alle möglichen Gebüschstadien grenzen an offenere Flächen, deren Kalkmagerrasencharakter noch erhalten ist. Schon fast überwucherte Steinmauern bilden Steilanstiege.

"Der hohe ökologische Wert ergibt sich aus der Randlage zum Laubmischwald, der mit seinem alten Baumbestand reich an Höhlen ist, und dem Strukturreichtum", führt Richard Lehmeier an. Zur langfristigen Sicherung dieses gerade in Stadtnähe sehr wertvollen Lebensraumes ist es notwendig, die Verbuschung in Teilbereichen weiterhin zurückzudrängen.

Gegen Japan-Knöterich

Deshalb wurden Magerrasen und Altgrasfluren mit dem Balkenmäher gemäht, Schlehenfelder und Hartriegel mit dem Freischneider entbuscht und zu dicht stehende Zwetschgen vereinzelt. Außerdem wird durch die mehrfache Mahd versucht, die Ausbreitung des Japan-Knöterichs zu verhindern. (Zum Thema)
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