Starker Bass und heller Sopran

Begleitet von einem Streichertrio und Dekanatskantor Gerd Hennecke am Orgelpositiv sang die Sulzbacher Kantorei Christoph Stoltzenbergs Kantate "Stille Nacht! Erwacht!". Ganz rechts die Sopransolistin Stefanie Hruschka. Bild: cog
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
27.12.2014
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"Vom Himmel hoch, da komm ich her" ist eines der bekanntesten Weihnachtslieder. Es stand im Mittelpunkt des Gottesdienstes am 2. Weihnachtstag in der Christuskirche. Für diese Gemeinde hat das Lied eine ganz besondere Bedeutung.

Im Sing- und Musikgottesdienst am 2. Weihnachtsfeiertag trug die Sulzbacher Kantorei, begleitet von einem Streichertrio und Dekanatskantor Gerd Hennecke am Orgelpositiv, die Kantate "Stille Nacht! Erwacht!" vor. "Vom Himmel hoch" spielt dabei eine zentrale Rolle, denn Christoph Stolzenberg, von 1711 bis 1714 Kantor in Sulzbach, nahm es in seine Kantate auf.

Reizvoller Gegensatz

Sehr schön war der Wechselgesang zwischen dem Engel, gesungen von der Sopransolistin Stefanie Hruschka, und den Hirten, deren Part der Chor übernahm. Der Chor war gut besetzt. Vor allem die Männer boten mit ihren dunklen, warmen Stimmen einen reizvollen Gegensatz zu Hruschkas heller, klarer Stimme, die darüber schwebte. Die einfühlsame Interpretation der sehr festlichen Kantate ließ die Weihnachtsfreude spürbar werden.

In seiner Predigt ging Dekan Karlhermann Schötz auf das Lutherlied "Vom Himmel hoch, da komm ich her" ein, das Luther als "ein Kinderlied auf die Weihnacht Christi" bezeichnete. Es sei ein Krippenspiel, bei dem es am Ende die Mitsingenden vor lauter Freude nicht mehr auf ihren Stühlen und Bänken hält. Zuerst bringt der Engel seine Botschaft hinunter auf die Erde zu den Menschen. Er hält sich recht genau an den Text, den ihm der Evangelist Lukas vorgegeben hat und, damit ihn alle richtig verstehen, erklärt er ausführlich, dass der Heiland die Menschen aus aller Not führen und rein von Sünden machen will. Dann werden alle Menschen eingeladen, mit den Hirten nach Bethlehem zur Bescherung zu gehen, um sich das Weihnachtsgeschenk anzuschauen, das Gott der Welt gemacht hat. Im Lied beschreibt Luther, wie der Betrachter des Kindes staunt dass der unendliche Gott in dieser engen Krippe liegt: "Und du scheinst dir noch nicht mal was draus zu machen." Mit seiner Bescherung habe Gott gemeint, dass man sich Reichtum, Ehre, Ansehen oder Frömmigkeit nichts einbilden solle. "Nun beginnt der weihnachtliche Freudentanz. Tanzend tragen wir die Weihnachtsfreude weiter", schloss der Dekan, und stehend sang die Gemeinde zusammen mit der Kantorei die drei letzten Strophen des Liedes.

Händels "Halleluja"

Die Kantorei verzauberte die Gemeinde auch mit Johann Eccards Motette "Übers Gebirg Maria ging". Die Instrumentalisten intonierten die innige "Pastorale" von Arcangelo Corelli und Max Regers "Weihnachten". Hier spielte Hennecke an der großen Schmid-Weigle-Orgel, kongenial von den Streichern begleitet. Das Stück führt musikalisch von der Dunkelheit ins Licht und wärmte die Herzen der Zuhörer. Den strahlenden Jubel über die Weihnachtsfreude brachte der Kantor schließlich mit dem "Halleluja" aus Georg Friedrich Händels "Messias" zum Ausdruck.
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