Starkes Zeichen der Toleranz

EKD-Ratsvorsitzender Heinrich Bedford-Strohm mit Bürgermeister Michael Göth (Dritter von links) und Ehrengästen beim Eintrag ins Goldene Buch.
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
08.05.2015
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"Erleben, Erfahren und Entdecken" - diese drei Wörter bilden die Klammer um das Projekt "Simultankirchenradweg". Erinnert wird damit an religiöse Toleranz und gegenseitige Achtung. Zur Eröffnung schwang sich sogar EKD-Ratsvorsitzender Heinrich Bedford-Strohm aufs Radl. Er war erfreut, an einem Ereignis gelebter Ökumene teilzunehmen.

Vor der offiziellen Eröffnung des Simultankirchenradwegs bat Bürgermeister Michael Göth die Gästeschar gestern zum Empfang in den historischen Rathaussaal. Im Mittelpunkt stand dabei der Eintrag ins Goldene Buch des obersten Vertreters der Evangelischen Kirche in Deutschland und weiterer Ehrengäste. Göth freute sich außerdem über den Zuspruch von Regionaldekan Ludwig Gradl, Domkapitular Norbert Winner, Dekan Karlhermann Schötz, Regionalbischof Hans-Martin Weiß, Pfarrer Hans-Peter Pauckstadt-Künkler und Dekan Dr. Wenrich Slenczka. Sie alle stehen in enger Verbindung mit dem Projekt "Simultankirchenradweg". Selbstverständlich begleitete den Empfang auch die Politik mit Landtagsabgeordneten, Landräten und Bürgermeistern.

Historische Dimension

Stadtoberhaupt Michael Göth erinnerte an die historische Dimension des Simultaneums, das von Sulzbach aus seinen Anfang nahm. Er verwies auf den weitblickenden Pfalzgrafen Herzog Christian August, ohne dessen Geisteshaltung es wahrscheinlich nicht zu einer solchen einmaligen Einrichtung gekommen wäre.

In einigen Schlaglichtern verwies Göth auf bedeutende Neuerungen während der Regentschaft des im Schloss regierenden Wittelsbachers. Er erwähnte unter anderem die Gleichberechtigung der evangelischen und katholischen Religion 1652, aber auch die Aufnahme von jüdischen Familien ab 1666: "Durch seine religiöse Toleranzpolitik machte er Sulzbach zu einem Geisteszentrum in Europa."

Er verfolgte die Geschichte weiter bis zur Auflösung des Simultaneums in Sulzbach-Rosenberg im Jahr 1957. Der Bürgermeister zeigte sich überzeugt, das der neue Radweg den Tourismus in der Region nachhaltig stärken wird, die kulturellen Schätze zugänglich macht und das Simultaneum mit Christian August neu ins Bewusstsein rückt.

EKD-Ratsvorsitzender und Landesbischof Professor Dr. Heinrich Bedford-Strohm dankte für die überaus freundliche Aufnahme in der Herzogstadt. "Ich erinnere mich sehr genau an meinem letzten Besuch hier vor drei Jahren, als für den evangelischen Landesbischof die Glocken der katholischen Kirche erklangen. Für mich ein berührendes Zeichen der Ökumene." Der ranghohe Geistliche freute sich im aktuellen Projekt über die Kooperation von Kirche und Kommunen für das Gemeinwesen. Der neue Radweg biete Möglichkeiten für Menschen, die Interesse an Sport, Freizeit, Geschichte und Kultur haben. Diese Zusammenarbeit von Gleichgesinnten, die sich für mehr interessieren als ihr Privatleben, soll für die Menschen das Beste bringen. "Das zu erleben, macht mich glücklich", unterstrich Dr. Heinrich Bedford-Strohm am Freitag im Rathaussaal.
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