Staub, Lärm und Schweiß

Kevin (links) und Jürgen Baldauf, Leiter der HVB-Filiale in Sulzbach-Rosenberg, beginnen mit den Abrissarbeiten. Mit Flex und Staubsauger bewaffnet, rücken sie der Wand zu Leibe. Bild: ksb
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
28.07.2015
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Sie haben ein Gespür für Zahlen, im Dienst tragen sie feinen Zwirn. Dass sie auch mit Hammer, Meißel und Kochlöffel umgehen können und sogar in Arbeitskleidung eine hervorragende Figur machen, das haben Sabine Schulz, Jürgen Baldauf, Thomas Dürrschmidt und Manuela Tardel von der Hypovereinsbank (HVB) unter Beweis gestellt.

Unter der Anleitung von Jugendwohngruppen-Leiter Oliver Guist legten die Banker gemeinsam mit Jugendlichen des Ernst-Naegelsbach-Hauses (ENH) den Grundstein für ein neues Zimmer.

Es hat über 30 Grad im Schatten. Radiomusik schallt über den Hof und Kinder spielen Basketball, als sich plötzlich das monotone, alles durchdringende Hämmern einer Stemmmaschine über die sommerliche Idylle legt. Viele der Fenster im ENH sind geöffnet, aus einigen im zweiten Stock dringt haufenweise Staub nach draußen. Drinnen kann man die Hand kaum noch vor Augen sehen; der Lärm ist ohrenbetäubend, der Schweiß läuft in Strömen und doch arbeiten alle ohne Unterlass, denn das Ziel ist klar: Am Ende des Tages soll aus zwei winzigen Räumen ein Zimmer entstehen, in dem ein Jugendlicher sich wohlfühlen und darin ein Zuhause auf Zeit finden kann.

Abriss schnell voran

Bereits in den frühen Morgenstunden ging es los. In Teams aufgeteilt, nahm das Projekt schnell Gestalt an. Jürgen Baldauf, Leiter der HVB-Filiale in Sulzbach-Rosenberg, und Thomas Dürrschmidt, HVB-Service-Mitarbeiter in Amberg, trugen gemeinsam mit Kevin und Deniz die Wand, die die beiden Zimmer bisher trennte, Stein für Stein ab. Der Abriss ging schnell voran. Kevin, der bereits seit seinem sechsten Lebensjahr im ENH ist und derzeit eine Maurer-Lehre absolviert, kam dabei seine Baustellenerfahrung zu Gute. Um ihre Kräfte zu schonen, wechselten sich die Männer beim Stemmen ab.

Der Schutt wurde vom zweiten Stock durchs Treppenhaus kübelweise nach unten zum Container getragen. Eine der beiden ursprünglichen Türöffnungen wurde mit einer Schnellbauwand verschlossen. Gemeinsam mit Marcel, der wie Kevin eine Ausbildung zum Maurer macht, verspachtelten HVB-Mitarbeiterin Manuela Tardel und Ulrike Schön, die einfach spontan zum Helfen gekommen war, die Stoßfugen. Nachdem die Spachtelmasse getrocknet war, wurde immer wieder gespachtelt und geschliffen, bis die Oberfläche plan war.

Während unten fleißig gewerkelt wurde, bereiteten Sandrine Vernaeckt von der Health Clinic und Sabine Schulz, Leiterin der Amberger HBV-Filiale, in der Küche gemeinsam mit Julia, Qem und Anja die Füllung für mexikanische Tacos vor und machten Guacamole.

Nachmittags geschafft

Das Essen duftete und lockte die Helfer an den großen Esstisch. Auch wenn sich nach der Mittagspause bestimmt der ein oder andere insgeheim fragte, wie er jemals wieder aus dem ach so gemütlichen Stuhl hochkommen solle, machten sich Jugendliche und Banker wieder gemeinsam ans Werk. Nachmittags war es dann geschafft. Aus den beiden winzigen Räumen war mit vereinten Kräften ein großes Zimmer geworden.
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