Stockbrot und Lampedusa-Boot

An den Feuerschalen, die das Partizipationsgremium beaufsichtigte, konnten Kinder Stockbrot backen. Bild: cog (2)
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
02.12.2014
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Einen stimmungsvollen Einstieg in die Vorweihnachtszeit bot das Ernst-Naegelsbach-Haus mit seinem Adventstreiben. Auf dem großen Freigelände hatte jede Gruppe ihren Stand aufgebaut. Die Kinder und Jugendlichen verkauften zusammen mit den Erziehern auch viel Selbstgemachtes.

Schon seit September hatten sie für diesen Tag gearbeitet und kunstvolle Kerzen, robuste Bücherstützen, zauberhafte Sterne, hübsche Dekoartikel, gemütliche Kuschelkissen, praktische Memoboards und viele andere originelle Sachen gestaltet.

Die Gruppe der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge bot Uhren und Obstschalen aus alten Schallplatten an. Dazu hatten sie die Vinylscheiben im Ofen erhitzt und dann geformt. Mit "Lampedusa-Booten" aus Schallplatten erinnerten sie an ihre Flucht und das Leid, das sie hinter sich gelassen haben. Hausmeister Ingo Renner und die Jugendlichen bis 21 verkauften anspruchsvolle Holzarbeiten wie Birkenkerzen, Zeitungsständer und ein prächtiges Schachbrett. Auch der Kindergarten Loderhof war mit einem Stand vertreten. Die selbstgebackenen Plätzchen und hausgemachten Marmeladen, die die Eltern anboten, fanden reißenden Absatz.

Stefan Reither, der Heimleiter, führte Dekan Karlhermann Schötz und Bürgermeister Michael Göth über den Adventsmarkt. Dekan und Stadtoberhaupt waren beeindruckt von den vielfältigen, anspruchsvollen Angeboten der Kinder und Jugendlichen. Göth überreichte Reither eine Spende.

Die zahlreichen Besucher fanden Weihnachtsgeschenke, mit denen sie nicht nur den Beschenkten eine Freude machen können. Die Erlöse aus dem Verkauf kommen nämlich zu 100 Prozent den Gruppen zugute. Das Geld wird für Unternehmungen verwendet, die im normalen Budget nicht drin sind. So können die Kinder und Jugendliche auf Freizeiten fahren oder Ausflüge machen.

Als es langsam dunkelte, wiesen Windlichter und Feuerschalen den Besuchern den Weg. Hier konnten die Kinder Stockbrot backen. Das "Partizipationsgremium" hatte die Feuerschalen eigenverantwortlich vorbereitet und beaufsichtigte sie verantwortungsvoll. In diesem Gremium, vor einem Jahr gebildet, sind die Vertrauenserzieher und die Gruppensprecher vertreten. Es sorgt für eine bessere Kommunikation zwischen den Bewohnern und der Heimleitung.

Gedichte und Lieder

Ergänzt wurde das Angebot von Kutschfahrten, einer Kaffeestube im Saal, einem Bühnenprogramm mit Gedichten und Liedern sowie Kinderbetreuung. Auch Bratwurst und Glühwein fehlten nicht. Auf großes Interesse stießen die Gruppenführungen: Viele Besucher kannten das nüchterne, graue Gebäude nur von außen und staunten, wie freundlich und einladend die Räume innen sind. Sie strahlten Sicherheit, Wärme und Herzlichkeit aus.
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